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Schulzeitverkürzung Die Grünen wollen bei G8/G9 mit dem Regierungslager stimmen

 ·  Bei der schwierigen Reform der Gymnasien will die Ökopartei mit Schwarz-Gelb stimmen. Das ärgert den möglichen Bündnispartner SPD.

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Die Grünen-Fraktion will bei der umstrittenen Wahlfreiheit der Gymnasien zwischen G8 und G9 mit dem Regierungslager stimmen. Allerdings müsse die geplante Reform besser umgesetzt werden, sagte der Grünen-Abgeordnete Mathias Wagner am Montag in Wiesbaden. Er widersprach der Forderung des möglichen Koalitionspartners SPD, die Schulzeitverkürzung rückgängig zu machen. „Die Wahlfreiheit ist richtig.“

Auch wenn die Zeit bis zum nächsten Schuljahr knapp sei, solle das Kultusministerium bei Eltern die Nachfrage nach G9 ermitteln und in einem Mediationsprozess das örtliche Angebot anpassen, forderte Wagner. Es dürfe nicht sein, dass Eltern, die G9 für ihr Kind wollten, es auf eine G8-Schule schicken müssten.

Die generelle Rückkehr zu G8 sei nicht sinnvoll

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Kultusministerin Nicola Beer (FDP) wollen den Gymnasien die Entscheidung überlassen, ob sie die Schüler nach der Grundschule in acht oder neun Jahren zum Abitur führen. Bei einer Anhörung im Landtag in der vergangenen Woche ging es den Verbänden von Eltern, Schülern und Lehrern aber weniger um Wahlfreiheit. Sie forderten eine vollständige Rückkehr zu G9. Dies sei nicht der Wille aller Eltern, sagte Wagner. Die generelle Rückkehr sei nicht sinnvoll und bis zum kommenden Schuljahr ohnehin nicht durchführbar.

Wagner bot dem Regierungslager eine gemeinsame Suche nach einem „Schulfrieden“ für Hessen an, blitzte aber bei der CDU ab. Die Grünen seien lediglich „Steigbügelhalter der Einheitsschulpläne der SPD“ sagte der CDU-Abgeordnete Günter Schork. In anderen Ländern hätten die Grünen den Rückweg zu G9 verbaut.

„Die Grünen müssen sich schon einmal überlegen, was sie wollen“ 

Bei der SPD kamen die grünen Avancen Richtung CDU übel an. „Die Grünen müssen sich schon einmal überlegen, was sie wollen“, erklärte die Abgeordnete Heike Habermann. Wer den Elternwunsch nach G9 erfüllen wolle, könne nicht an G8 festhalten. Die Politik dürfe den Schulen den festen Rahmen vorgeben, dass die Mittelstufe wieder sechs Jahre dauern solle.

Übereinstimmend fordern Grüne und SPD einen Modellversuch für eine zeitlich flexible Oberstufe. Die Linken sahen in Wagners Aussagen „lediglich eine Positionsbestimmung für mögliche Koalitionsverhandlungen“.

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