Home
http://www.faz.net/-gzg-7742e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.02.2013, 15:10 Uhr

Schulreform rückwärts Opposition findet Angebot an G9-Plätzen nicht ausreichend

Zum Schuljahr 2013/2014 können auch Gymnasien wieder eine dreizehnjährige Schulzeit bis zum Abitur anbieten. Nicht alle können oder wollen da mitmachen. Nach Meinung des Kultusministeriums reichen die Plätze für die Nachfrage. Die Opposition sieht das anders.

© Kretzer, Michael Zu wenig Plätze für G9: Heike Habermann, schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

 Reichen die Plätze an den hessischen Schulen für eine Rückkehr zu einer 13-jährigen Schulzeit bis zum Abitur aus? Die Oppositionsparteien im Landtag haben da ihre Zweifel. Die SPD-Abgeordnete Heike Habermann kritisierte im Schulausschuss am Donnerstag, dass nur gut ein Drittel der Schüler, die im kommenden Schuljahr in den fünften Klassen erwartet werden, die Chance zu einem Abitur erst nach 13 Jahren (G9) habe. Bisher gilt in Hessen G8. Die Opposition hatte stets ein Angebot mit 13 Schuljahren bis zum Abitur verlangt.

Kultusstaatssekretär Alexander Lorz (CDU) hatte dem Ausschuss berichtet, dass von den 107 Gymnasien 11 zum kommenden Schuljahr parallel den Weg zum Abitur in 13 Jahren und in 12 Jahren (G8) anbieten wollten. Damit beteiligen sie sich an dem vom Kultusministerium entwickelten Modellversuch, der nur in mehrzügigen Gymansien möglich ist. 39 Gymnasien wollen zu der längeren Schulzeit G9 zurückkehren, wie Lorz sagte. Der Rest bleibe bei G8.

Acht Städte und Kreise bleiben ohne G9

„Ich sehe keinen Anhaltspunkt, dass das Angebot für G9 nicht bedarfsgerecht ist“, erklärte Lorz. Schließlich gebe es in jedem Schulamtsbezirk mindestens ein Angebot für die dreizehnjährige Schulzeit, wenn man außer den Gymnasien auch die integrierten und die kooperativen Gesamtschulen einrechne.

In acht Städten und Kreisen des Landes werde es im kommenden Schuljahr kein Gymnasium mit G9 geben, rechnete der Grünen-Abgeordnete Mathias Wagner vor. Dort müssten Eltern, die für ihre Kinder diesen Abschluss wollten, auf Gesamtschulen ausweichen.

Staatssekretär Lorz betonte: „Wir wollen keine Schule zwingen, ihre Organisationsform zu ändern.“ Vielmehr setze das Kultusministerium auf die Ergebnisse, die Schulen vor Ort erarbeiteten und nicht auf Verordnungen vom Ministerium.

Mehr zum Thema

Quelle: LHE

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Steigende Schülerzahlen Frankfurt bekommt zehn neue Schulen

Der hessische Kultusminister stimmt dem Schulentwicklungsplan für Frankfurt zu und leitet damit das Ende der reinen Hauptschulen ein. Denn die Wünsche der Eltern gehen in eine andere Richtung. Mehr Von Matthias Trautsch, Frankfurt

07.02.2016, 08:10 Uhr | Rhein-Main
Parlamentswahlen Opposition gewinnt in Venezuela

In Venezuela hat die Opposition die Parlamentswahlen für sich entschieden. Nicolás Maduro erkannte die Niederlage seiner Sozialistischen Partei am Montagmorgen an. Seine Amtszeit geht noch bis 2019. Mehr

16.01.2016, 10:53 Uhr | Politik
Arabisch als Pflichtfach Tausend und eine Umnachtung

Die Flüchtlingsdebatte treibt die buntesten Blüten. Aber wie kommt ein Universitätspräsident auf die Idee, alle Schüler müssten jetzt Arabisch lernen? Ganz einfach: Der Mann glaubt an Zauberei. Mehr Von Jürgen Kaube

05.02.2016, 10:54 Uhr | Feuilleton
Flüchtlingskrise Mazedonien öffnet Grenze für ausgewählte Flüchtlinge

Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, die in Deutschland oder Österreich Asyl beantragen wollen, durften weiterreisen. Mehr

21.01.2016, 19:57 Uhr | Politik
Schulpolitik in Hessen Lehrer sehen kulturelle Bildung im freien Fall

Unterricht in Musik, Kunst und Theater kommt in Hessen zu kurz - das meinen jedenfalls Lehrerverbände. Die kulturelle Bildung befinde sich im freien Fall, mahnen sie. Mehr

10.02.2016, 14:42 Uhr | Rhein-Main

Bescheidene Bilanz

Von Jochen Remmert

Die Lärmpausen am Frankfurter Flughafen als Erfolg zu verbuchen, ist mutig. Denn die Bilanz fällt eher bescheiden aus. Trotzdem will Verkehrsminister Al-Wazir die Lärmpausen erhalten - das wird kaum möglich sein. Mehr 3 0

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen