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Schule am Ried, Frankfurt Süße Spürnasen

06.07.2009 ·  Schmuggler sind nicht dumm: Sie verstecken Drogen in Behältern, Bonbonpapier oder im Inneren eines Ölbilds. Der Zoll am Flughafen versucht, ihnen auf die Schliche zu kommen.

Von Isabelle Keller
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Auf dem Weg zum Zoll am Frankfurter Flughafen waren wir alle aufgeregt und gespannt. In dem riesigen Gebäude waren wir sehr erstaunt, statt riesigen Lagern und Bahnen, auf denen die Koffer fuhren, Läden, Restaurants und Bäckereien vorzufinden. Unsere Lehrer führten uns zu einer Frau in türkisfarbenem Hemd und schwarzer Hose. Eine schwarze Sonnenbrille hatte sie nicht, aber dafür hatte sie auf dem Hemd ein Wappen, auf dem ein Adler abgebildet war, und über den Adler war mit großen Druckbuchstaben ZOLL geschrieben.

Sie begrüßte uns nett, und dann folgten wir ihr in einen kleinen Bus, der uns zu den Räumen brachte, wo die Zollbeamten die Koffer überprüften, ob keine Drogen geschmuggelt wurden. Ein Experte erklärte uns, dass die Koffer hier gelagert werden, und dann wurde ein Spürhund (also ein extra ausgebildeter Hund, der Drogen riechen kann) in den Raum gelassen. Wenn dieser Hund nun etwas riecht, was Drogen ähnelt, bellt er diesen Koffer an, beißt ihn kaputt und kratzt an ihm, bis er das gefunden hat, was er wollte - und das ist oftmals nicht so einfach, denn die Schmuggler sind gar nicht so dumm. Sie verstecken Drogen in Behältern, eingewickelt in Bonbonpapier, und einmal hat jemand sogar eine Droge im Inneren eines Ölbildes versteckt.

Nur Drogenbesitzer müssen sich vor den Spürhunden fürchten

Solche Hunde brauchen nur vier Wochen, bis sie fertig ausgebildet sind. Der Mann, der uns das erklärt hatte, versteckte dann mit uns Kokain in einem Koffer und wir stellten ihn zu den anderen Koffern dazu. Der Hund ging schnüffelnd an allen Koffern vorbei, nur an einem blieb er stehen, in dem wir das Kokain versteckt hatten. Der Hund machte seine Arbeit gut, er biss so lange in den Koffer, bis er die Rauschdroge in einen Behälter fand. Natürlich wollte er gleich damit spielen, aber der Mann nahm dem Hund die Droge ab und gab ihm dafür ein kleines Spielzeug. Die Hunde aus dem Zoll sind keine aggressiven, blutrünstigen Tiere, nein, im Gegenteil: Sie lieben es, wenn sie gestreichelt werden, und sehen süß aus. Sie sind keine Hunde, vor denen man Angst haben muss, außer man hat Drogen in der Tasche.

Als wir uns von dem Hund und von dem Mann verabschiedeten, ging es gleich weiter, und zwar zu den Flugzeugen. Wir sahen viele landende und startende Flugzeuge. Unsere Führerin erzählte uns, während wir eifrig Fotos machten, dass hier 73.000 Leute arbeiten. Als Nächstes fuhren wir zu einer Asservatenkammer. Dort sind die Dinge ausgestellt, die nicht nach Deutschland transportiert werden dürfen, die die Beamten vom Zoll gefunden haben. Freiwillig würde ich dort nicht mehr hingehen, denn man findet tote Tiere dort wie den Kopf eines Bären, eine eingelegte Schlange, einen toten Wolf und einen großen Löwen. Dann standen in den Regalen noch einige Drogen und gefälschte Waren.

Die nächste Station machte uns besonders viel Spaß. Wir lernten einen Mann kennen, der uns zeigte, wie man schon vor dem Flug Schmuggler aufhalten kann. Dazu benutzt man die Röntgen-Maschinen. Wir ließen einen Koffer durch die Maschine fahren und sahen in dem Koffer eine Pistole und eine Droge. An Ende durften wir dann sogar unsere eigenen Rucksäcke durch die Maschine fahren lassen. Danach gingen wir in das oberste Stockwerk und fuhren dort mit dem Airport Sky Shuttle, also einer „Schwebebahn“. Wir konnten die tolle Aussicht bewundern. Das war ein toller Tag.

Isabelle Keller, Klasse G 5d der Schule am Ried, Frankfurt.

Quelle: F.A.Z.
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