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Schule am Ried, Frankfurt Hinter den Kulissen

03.07.2009 ·  Die Klasse G7a der Schule am Ried hat die Städtischen Bühnen zu einer Führung hinter den Kulissen besucht. Erklärt wurde, was alles zum Theatermachen dazugehört.

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„Hier könnt ihr euch menschliche Körperteile der Städtischen Bühnen einmal genauer ansehen“, sagte der Maskenbildner zu seinen Besuchern. Es lagen abgehackte, blutige Arme, ein abgetrennter Daumen, eine Perücke, unter der eine blutige Platzwunde hervorlugte, und andere menschlich aussehende Dinge herum. Zu einer Führung hinter den Kulissen hatte das Schauspiel Frankfurt uns, die Kinder der Riedschule aus der Klasse G7a, eingeladen. Erklärt wurde, was alles zum Theatermachen dazugehört.

Maske

„Für diese Nachbildungen zum Beispiel von einer Nase wird zunächst ein Abdruck von einer echten Nase gemacht“, erklärte der Theaterfachmann. Dann wird dieser Abdruck, das Negativ, mit einem Schaum gefüllt, der härtet. Für eine Nase benötigen die Maskenbildner ungefähr eine Woche. Köpfe werden nach dem gleichen Verfahren hergestellt. Auch hier wird eine Maske aus Gips von einem echten Gesicht abgenommen. Um Falten nachzubilden und dem Gesicht ein natürliches Aussehen zu geben, benutzen die Maskenbildner Silikon.

Für Perücken, die die Schauspieler in eine andere Person verwandeln, wird grundsätzlich echtes Haar verwendet. Das ist sehr teuer und wird nur von Spezialfirmen geliefert. Für das Kilo Echthaar kann man 2000 Euro und mehr bezahlen. Es gilt: „Je länger das Haar, umso höher der Preis.“ Damit die Schauspieler ihre unechte Haarpracht nicht verlieren, wird die Perücke mit Nadeln in Perückennetze geknotet oder am Kopf mit Hautkleber angeklebt.

Kostüme

Außerdem gibt es im Theater einen großen Fundus. Dort hängen unzählige Kleider in allen Farben, auch Hosen und Kostüme und Tücher, schwarz, rot oder mit Goldfarben durchwirkt. In einem Seitengang befinden sich mehrere voneinander getrennte Garderoben. Auf einem Schild ist der Name der Aufführung vermerkt, und hintendran hängen die dazu passenden Kostüme.

Theater

Was noch alles zum Theatermachen dazugehört, erklärte uns der Dramaturg und Besucherführer Raffael Kassner. So gibt es in einem großen Stadttheater wie Frankfurt viele verschiedene Berufe, zum Beispiel Intendant, Dramaturg, Regisseur, Bühnentechniker, Tontechniker, Schneider, Inspizient, Maskenbildner, Souffleuse, Mitarbeiter im Betriebsbüro und in der Personalverwaltung sowie an der Kasse - und noch viele weitere Mitarbeiter. Die Personen, die auf der Bühne stehen, heißen Schauspieler. In Frankfurt gibt es ein festes Ensemble von 30 Schauspielern und eine Liste von Gastspielern, die nur bei Bedarf angefragt werden.

Jedes Jahr werden rund 50 Stücke gezeigt. Beliebte Aufführungen wurden sogar schon 80 Mal gespielt. Die kleine Bühne hat 183 Sitzplätze, die große bietet Platz für 700 Besucher und kann mit maximal 400 Scheinwerfern beleuchtet werden. Natürlich benötigt man auch Bühnenbilder, die anschließend im Theater gelagert werden. Ganz besonders empfiehlt uns Raffael Kassner ein neues Stück des Schauspiel Frankfurt. Vom 3. Juni bis 6. Juni wurde „Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten“, täglich gespielt. Das Besondere an dieser Aufführung war, dass sie ohne Worte gespielt wurde und 80 Einzelrollen hatte. Da es nur 30 Schauspieler gibt, musste jeder mehrere Rollen übernehmen. Für dieses Stück wurden beachtliche 230 Kostüme geschneidert.

Klasse G7a der Schule am Ried, Frankfurt.

Quelle: F.A.Z.
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