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Hessen schließt Übereinkunft mit Verband : Schüler sollen mehr über Sinti und Roma lernen

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„Es ist wichtig, dass Sinti und Roma ihre ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Identität bewahren können“: Ministerpräsident Bouffier Bild: Frank Röth

Hessische Schüler sollen künftig mehr über die jahrhundertelange Verfolgung von Sinti und Roma lernen. Die Landesregierung baut zudem ihre Unterstützung für die Sinti und Roma in Hessen aus.

          Hessische Schüler sollen künftig mehr über die jahrhundertelange Verfolgung von Sinti und Roma lernen. Das Kultusministerium in Wiesbaden und der Landesverband der Sinti und Roma haben dazu eine etwa 160 Seiten lange Handreichung erstellt, die bis Sommer an alle Schulen verteilt werden soll. Ziel sei „die Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft für die Belange der Minderheit“.

          Im Unterricht soll es um alte Vorurteile gehen und um Verfolgung bis hin zum Völkermord an Sinti und Roma unter den Nazis. Aber auch die aktuelle Lage von Minderheiten in Deutschland und Europa ist Thema. Die Unterrichtsvorschläge decken alle Schulformen und Klassen ab.

          Vereinbarung unterzeichnet

          Die Landesregierung baut ihre Unterstützung für die Sinti und Roma in Hessen aus. „Es ist wichtig, dass Sinti und Roma ihre ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Identität bewahren können“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in Wiesbaden bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung mit dem Landesverband der Sinti und Roma. In dem Papier geht es unter anderem darum, die Diskriminierung einzudämmen sowie die kulturelle Identität und Sprache zu fördern.

          Es sei beschämend, mit wie vielen Vorurteilen die Sinti und Roma auch heute noch leben müssten, betonte der Verbandsvorsitzende Adam Strauß. Mit der Unterstützung des Landes gebe es die Möglichkeit, das zu ändern. Durch die Vereinbarung werde sich die institutionelle Förderung des Landes auf 200.000 Euro pro Jahr erhöhen, teilte Bouffier mit. Den hessischen Landesverband der Sinti und Roma gibt es seit 1980. Seitdem unterstützt das Land die nationale Minderheit.

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