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Salafisten : Islamisten offenbar im Rhein-Main-Gebiet aktiv

  • -Aktualisiert am

In Alarmbereitschaft: Hessens Polizei. Bild: dpa

Zwei bundesweit bekannte Islamisten haben sich nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung offenbar im Rhein-Main-Gebiet niedergelassen.

          Zwei bundesweit bekannte Islamisten haben sich offenbar im Rhein-Main-Gebiet niedergelassen. Nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung handelt es sich um den Salafisten Mohamed Mahmoud alias Usama al-Gharib, der zuvor in Solingen lebte und sich vor wenigen Tagen nach Erbach im Odenwald umgemeldet hat. Die Behörden prüfen nun, ob er dort inzwischen auch tatsächlich wohnt. Der gebürtige Österreicher gilt als einer der radikalsten Vertreter der deutschsprachigen Islamistenszene. Er ruft offen zum Dschihad auf.

          Seit dem 2.März soll sich außerdem Denis Mamadou Cuspert, der auch als Deso Dogg beziehungsweise Abu Maleeq bekannt ist und als führender Akteur der dschihadistisch-salafistischen Szene in Deutschland gilt, in Frankfurt aufhalten. Darauf deutet ein Eintrag auf seiner Facebook-Seite hin. Auch Cuspert ruft in Internetbotschaften zu Gewalt auf. Gegen ihn wird derzeit wegen Volksverhetzung ermittelt. Aus Sicherheitskreisen war am Wochenende zu hören, man sei dabei, herauszufinden, wo genau sich die beiden Islamisten aufhielten. Vor allem gehe man der Frage nach, was die beiden Islamisten ins Rhein-Main-Gebiet geführt habe.

          Auch der Flughafen-Attentäter hatte sich die Videos angesehen

          Eine Vermutung lautet, dass sie sich stärker an den Aktivitäten der Gruppe „Dawa Ffm“ beteiligen wollen. Sowohl Mahmoud als auch Cuspert sind auf Islamseminaren gemeinsam mit Protagonisten des hessischen Missionierungsnetzes aufgetreten. „Dawa Ffm“ ist unter anderem treibende Kraft des „Koran-Projekts“, das derzeit auf islamistischen Internetseiten stark beworben wird und zum Ziel hat, in Deutschland rund 25Millionen Koran-Exemplare zu verteilen, um Menschen zum Islam zu bekehren. Einen entsprechenden Stand gibt es seit einigen Wochen auf der Zeil. Gegen „Dawa Ffm“ läuft derzeit ein Verbotsverfahren; ebenso ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen den Kopf der Gruppe, Abdellatif Rouali. Er soll junge Männer für „militärische Dienste“ im Ausland angeworben haben. Damit ist gemeint, er habe sie in dschihadistische Ausbildungslager schicken wollen.

          Innenminister Boris Rhein (CDU) sagte am Sonntag, die hessischen Behörden würden „alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um einer möglichen Konzentration dschihadistisch-salafistischer Aktivitäten in Hessen und einer Verschärfung der salafistischen Agitation entgegenzuwirken“. Das Rhein-Main-Gebiet hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker zu einem Schwerpunkt der salafistischen Szene in Deutschland entwickelt. Das Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet diese Entwicklung aufmerksam, weil Salafisten in letzter Konsequenz einen islamischen Gottesstaat anstreben.

          Auch der Attentäter vom Frankfurter Flughafen, Arid Uka, hat sich vor dem Mordanschlag auf amerikanische Soldaten Internetvideos von „Dawa Ffm“ angesehen und sie über seine Facebook-Seite weiterempfohlen. Und der bekannte Prediger Pierre Vogel hat ebenfalls das Rhein-Main-Gebiet für seine Propaganda entdeckt. Im vergangenen Jahr trat er gleich dreimal auf mit dem Ziel, junge Deutsche für den Islam zu gewinnen.

          Quelle: F.A.Z.

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