Manuel Tiranno kann sich gar nicht mehr daran erinnern, wann er angefangen hat zu zeichnen. „Schon im Kindergarten habe ich immer gemalt.“ In der Schule dann kritzelte er keine Strichmännchen an den Heftrand, er zeichnete seine Lehrer und seine Mitschüler. Er dachte sich auch kleine Geschichten aus und malte die Bilder dazu oder illustrierte ein Fantasy-Rollenspiel. Irgendwann, er weiß nicht mehr so genau, wann es war, fing er auch an, Cartoons zu zeichnen. Besonderen Unterricht oder Kurse dafür hat er nie besucht. „Ich habe mir das Zeichnen selbst beigebracht“, erzählt er.
In Kunst hatte er immer gute Noten. Als er dann an der Frankfurter Bettinaschule Abitur machte, hatte Manuel Tiranno aber noch keine Idee, was er aus seiner Begabung machen sollte. Also entschloss er sich, Bio und Sozialkunde zu studieren. Er wollte Lehrer werden, so wie seine Eltern. Weil ihm die Fächer dann nach einer Weile aber doch nicht so gut gefielen, wechselte er und begann mit Kunstpädagogik und Kulturanthropologie, also Sitten und Gebräuche der verschiedenen Völker der Erde. So richtig kam er damit aber auch nicht voran. Doch er beschloss, ein Semester im Ausland zu studieren. So kam er in die berühmte italienische Kunststadt Florenz. Die Sprache war kein Problem, schließlich hatte er sie von klein auf von seinem italienischen Vater gelernt.
Bilder folgen auf die Idee
Doch das Studium gefiel ihm immer noch nicht so richtig. Da hörte er, dass es in Rom eine Comic-Schule gibt. Dort wollte er hin. Er bewarb sich und bekam einen Studienplatz. In Rom zu studieren fand er toll. Aber es war auch ganz schön schwer. „Ich konnte plötzlich überhaupt nicht mehr zeichnen.“ Aber er lernte an dieser Schule, dass das Zeichnen sowieso erst ganz zum Schluss kommt. Erst mal muss man sich eine Geschichte ausdenken, die man in wenigen Bildern mit ein paar Sprechblasen erzählen kann. Und dann kommen die Bilder. „Das ist ein bisschen wie bei einem Film“, sagt er. Nur, dass man eben in ganz wenigen Bildern die Geschichte erzählen muss. Und dann muss da ja auch noch Platz für die Sprechblasen bleiben.
Nach zwei Jahren hatte Manuel Tiranno in Rom gelernt, wie man das alles am besten macht. Und er überlegte, was er nun als ausgebildeter Comic-Zeichner machen sollte. Weil es in Frankreich viel mehr Comics in Zeitungen und Büchern gibt, überlegte er, ob er dorthin gehen sollte. Erst einmal wollte er aber in Frankfurt seine Eltern, seine Schwester und seine Freunde besuchen.
Frankfurter Sagen und Geheimnisse
Weil Themen aus der Geschichte ihn immer schon interessiert haben, wollte er einen historischen Comic machen. „Meine Mutter hatte die Idee, dafür etwas aus der Frankfurter Geschichte zu nehmen.“ Manuel Tiranno ging in Büchereien und unterhielt sich mit vielen Menschen über die Frankfurter Geschichte und Sagen. Da kam ihm die Idee, diese Geschichten mit seinen Comics zu erzählen. Damit es nicht zu trocken würde, hat er den Großvater und seine Enkelin losgeschickt, um die Frankfurter Sagen und Geheimnisse zu erkunden.
Zufällig traf er, als er die ersten Zeichnung gerade fertig hatte, einen Redakteur dieser Zeitung, und so kommt es, dass Manuel Tirannos Comics nun auf dieser „Spielplatz“-Seite zu sehen und zu lesen sind. Er hat noch viel vor, es wird spannend.

