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Veröffentlicht: 10.09.2012, 18:21 Uhr

Rollstuhl-Basketball Gold aus Wetzlar und Frankfurt

RSV Lahn-Dill und Mainhattan Skywheelers tragen viel zum Paralympics-Erfolg im Rollstuhlbasketball bei.

© dpa Hessinnen inside: Das Gold-Team der deutschen Rollstuhl-Basketballerinnen

Der Innenminister gehörte zu den ersten Gratulanten. „Ich freue mich sehr, dass Hessen mit dem RSV Lahn-Dill aus Wetzlar und den Mainhattan Skywheelers aus Frankfurt zwei Top-Teams im Rollstuhl-Basketball hat, die seit Jahren hervorragende Spielerinnen und Spieler hervorbringen und somit die Leistung der deutschen Nationalmannschaft entscheidend prägen“, ließ Boris Rhein übermitteln. Der Minister, in seinem Ressort bekanntlich auch für den Sport zuständig, würdigte damit die Frauen- und Männermannschaft bei den Paralympics in London. Grund zu beinahe übermächtiger Freude hatten aber nur die deutschen Frauen. Sie setzten sich im Finale 58:44 gegen Australien durch und gewannen die erste Goldmedaille im Rollstuhl-Basketball seit 1984. „Wir haben heute unsere beste Turnierleistung abgerufen und verdient gewonnen“, sagte Bundestrainer Holger Glinicki.

Das Foto, wie der Mann aus Hamburg eine Wettschuld einlöste und in der Themse baden ging, ist längst um die Welt gegangen. Mit Gesche Schünemann und Britt Dillmann waren zwei Rollstuhl-Basketballfrauen aus Wetzlar aktiv am Gold beteiligt, ebenso Anne Brießmann von den Skywheelers. Ihre Teamkolleginnen Heike Friedrich und Maria Kühn wurde nicht eingesetzt. „Nach Silber in Peking haben sich die deutschen Basketballerinnen jetzt ihren Traum vom Gold erfüllt“, sagte Rhein. Wie es in den vergangenen Jahren überhaupt stetig aufwärts ging.

Vor 17.000 Zuschauern gespielt

Nach Platz sieben in Sydney 2000, Rang vier in Athen (2004) und erwähnter Silbermedaille vor vier Jahren waren die deutschen Frauen bereits vor den Spielen in London hoch gehandelt worden. Zuletzt hatte das Team von Bundestrainer Glinicki bei der WM 2010 nur knapp gegen die Vereinigten Staaten verloren. In der Londoner North Greenwich Arena vor 17.000 Zuschauern machten die Rollstuhl-Basketballfrauen nun ihr Meisterstück. Vor Ort dabei war auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die Goldmedaillen überreichte Sir Philipp Craven, IOC-Mitglied und Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC).

Mit drei Spielern aus Frankfurt (Sebastian Wolk, Sebastian Magenheim, Andi Kress) sowie vier vom deutschen Meisterteam RSV Lahn-Dill (Thomas Böhme, Jan Haller, Dirk Köhler, Thomas Gundert) stellte die erweiterte Region Rhein-Main das Gros der deutschen Männer-Nationalmannschaft bei den Paralympics. In nationalen (Meisterschaft und Pokalsieg) sowie internationalen Wettbewerben (IWBF-Pokalgewinner) hatte der Klub aus Wetzlar in diesem Jahr alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. In London erreichte die Mannschaft von Bundes- und Klubtrainer Nicolai Zeltinger nur den sechsten Rang. „Leistungstechnisch waren wir an den vier großen Nationen dran wie lange zuvor nicht“, sagte Zeltinger. Die abschließende Niederlage gegen Spanien (48:67) war jedoch deutlich. Und die „Big Four“ der Szene - Kanada, Australien, Vereinigte Staaten, Großbritannien - machten die Medaillen wiederum unter sich aus.

Logistischer Probelauf

Wetzlar hat sich schon einen (inter)nationalen Namen im Rollstuhl-Basketballs gemacht, die Stadt Frankfurt am Main ist dabei, einen zu bekommen. „Rollstuhl-Basketball ist eine sehr integrative, wunderbare Sportart, die wir unseren sportbegeisterten Bürgern näher bringen wollen“, sagt Sportstadtrat Markus Frank. Und zwar mit der Europameisterschaft im nächsten Jahr vom 28. Juni bis 7. Juli. Gespielt wird in der barrierefreien Eissporthalle, wo 7000 Zuschauer Platz finden und genügend Lagerfläche für die Sportgeräte zur Verfügung steht.

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Der logistische Probelauf Ende Mai mit dem paralympischen Vorbereitungsturnier in der Carl-von-Weinberg-Schule glückte problemfrei, auch ein Team-Hotel ist schon gebucht. „Frankfurt freut sich auf dieses europäische Großereignis“, sagt Frank. Die deutschen Männer bestimmt auch, trotz der Enttäuschung von London. Zu verteidigen ist schließlich ein zweiter Platz von 2011.

Quelle: F.A.Z.

 

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