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Kurdenfreundliche Organisation : Rockerähnliche Bahoz-Gruppe soll sich aufgelöst haben

  • Aktualisiert am

In der Vergangenheit mit Bahoz-Anhängern aufeinander getroffen: Mitglieder der als türkisch-nationalistisch geltenden „Osmanen“ - nun sollen sich die Bahoz aufgelöst haben Bild: dpa

Die Polizei hat in Hessen mindestens zweimal gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den rockerähnlichen Gruppen Bahoz und Osmanen verhindert. Nun soll es die eine Gruppe nicht mehr geben

          Die rockerähnliche Gruppe Bahoz soll sich aufgelöst haben. Das geht aus einer unter anderem im Internet verbreiteten Erklärung hervor, die der kurdenfreundliche Organisation zugeschrieben wird. Die hessischen Sicherheitsbehörden schätzten die Auflösung der Gruppierung als glaubhaft ein, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur. „Dennoch bedarf diese der weiteren Beobachtung.“

          Bahoz trat dem Wiesbadener Innenministerium zufolge gegen die Verfolgung der kurdischen Minderheit in der Türkei ein und hatte zwischen 60 und 70 Mitglieder in Hessen. Gegründet wurde der Zusammenschluss junger meist kurdischer Männer im Frühjahr 2016 in Baden-Württemberg, wo auch ihr Schwerpunkt lag. Das Landeskriminalamt in Stuttgart kennt die Erklärung von der Auflösung ebenfalls. „Wir warten ab, wie sich das entwickelt“, sagte ein Sprecher. Zur Authentizität des Textes wollte er keine Angaben machen. Das Bundeskriminalamt äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

          „Negativ instrumentalisiert“

          Angesichts der angespannten politischen Lage in der Türkei hatte das Innenministerium in Wiesbaden noch im Juli eine Verschärfung der Konflikte unter den rockerähnlichen Gruppen Osmanen und Bahoz befürchtet. Die Osmanen neigten eher türkisch-nationalistischen Ansichten zu und hätten in Hessen rund 110 Mitglieder.

          Die Erklärung „Bahoz löst sich auf“ hat ein Frankfurter Anwalt verbreitet. Zu finden ist sie unter anderem auf der Facebook-Seite der Deutsch-Kurdischen Gesellschaft Gießen. Als Grund heißt es unter anderem: „Wir können und wollen nicht akzeptieren, dass aufgrund der Verwendung des kurdischen Begriffs Bahoz permanent versucht wird, eine Verbindung zur Politik oder zu einer politischen Partei aufzubauen und uns im negativen Sinne zu instrumentalisieren.“ Einzelne Gewalttaten könnten keinem ganzen Volk und auch nicht Bahoz-Mitgliedern unterstellt werden. „Politische Probleme fremder Länder und Kulturen“ dürften nicht im Bundesgebiet ausgetragen werden.

          Konflikte zwischen den Bahoz und den Osmanen sollen unter anderem Hintergrund eines Handgranaten-Anschlags auf ein Shisha-Café in Saarbrücken im August 2016 gewesen sein. Das baden-württembergische Landeskriminalamt hatte auch vor wachsender Gewalt zwischen türkischen und kurdischen Rockern gewarnt. Bei Auseinandersetzungen der beiden Gruppen im April 2016 in Stuttgart und Ludwigsburg waren mehrere Menschen verletzt worden.

          Quelle: dpa

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