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Rheintal : Zuglärm: Spitzenwerte bei Assmannshausen

Ohrenweh: Von Güterzuglärm sind die Anlieger in Assmannshausen besonders geplagt Bild: dpa

Die Kommune Assmannshausen streitet mit der Bahn AG um den Bau des Bahntunnels, um mehr Lärmschutz entlang der Strecke. Assmannshausen sieht sich von Bahnlärm besonders getroffen.

          Mit der Deutschen Bahn streitet Rüdesheim derzeit auf zahlreichen juristischen Feldern. Es geht um den Bau des Bahntunnels, um mehr Lärmschutz entlang der Strecke, um ihre Digitalisierung durch ein elektronisches Stellwerk und um die Nachtruhe störende Warnpfiffe durchfahrender Loks.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis.

          Der jüngste Streitpunkt liegt in Assmannshausen, wo die Bahn in der Ortsmitte eine Fußgängerunterführung schließen und wenige Meter weiter eine neue bauen will. Gegen die lange Bauzeit und den Wunsch der Bahn, einen zentralen Parkplatz während der Bauphase komplett in Beschlag zu nehmen, gehen Hoteliers, Gastronomen und Bürger auf die Barrikaden, weil die Baumaschinen während der touristischen Hauptsaison anrollen sollen.

          100 Zugbewegungen in der Nacht

          Bei einer Informationsveranstaltung im Assmannshäuser Vereinshaus schlugen die Wogen kürzlich hoch, und wie schon die Stadt selbst wollen auch die Bürger mit anwaltlicher Unterstützung gegen die Bahnpläne vorgehen.

          In allen Streitfällen spielt der Zugverkehr auf der rechtsrheinischen Strecke zwischen Wiesbaden und Koblenz eine bedeutende Rolle, und die Stadt hat deshalb die aktuelle Belastung ermitteln lassen. Demnach durchfahren werktags innerhalb von 24 Stunden rund 240 Züge die Stadt und ihren Ortsteil Assmannshausen, davon sind rund 90 Prozent besonders laute Gütertransporte.

          Auf die Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr entfallen demnach rund 100 Zugbewegungen, auf den Tag mehr als 140. Die Messstelle in Assmannshausen hat in der Nacht Spitzenlärmwerte von 106 Dezibel und am Tag von 108,5 Dezibel gemessen. Größere Ruhephasen gibt es dazwischen nicht.

          500 Meter lange Züge

          Nach Darstellung von Bürgermeister Volker Mosler (CDU) beträgt der Abstand zwischen zwei durchfahrenden Lokomotiven nachts nur 4,8 Minuten, am Tag 6,6 Minuten. Bei bis zu 500 Meter langen Zügen und geringem Tempo betrage die Lärmpause in der Nacht somit tatsächlich oft nur zwei bis drei Minuten, rechnet Mosler vor. Ähnlich viele Züge wie zwischen Wiesbaden und Koblenz-Niederlahnstein sind auch auf der linksrheinischen Strecke unterwegs. Dort verkehren allerdings auch viele Personenzüge.

          Quelle: F.A.Z.

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