http://www.faz.net/-gzg-75gec
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 01.01.2013, 23:23 Uhr

Rheintal Zuglärm: Spitzenwerte bei Assmannshausen

Die Kommune Assmannshausen streitet mit der Bahn AG um den Bau des Bahntunnels, um mehr Lärmschutz entlang der Strecke. Assmannshausen sieht sich von Bahnlärm besonders getroffen.

von
© dpa Von Güterzuglärm sind die Anlieger in Assmannshausen besonders geplagt

Mit der Deutschen Bahn streitet Rüdesheim derzeit auf zahlreichen juristischen Feldern. Es geht um den Bau des Bahntunnels, um mehr Lärmschutz entlang der Strecke, um ihre Digitalisierung durch ein elektronisches Stellwerk und um die Nachtruhe störende Warnpfiffe durchfahrender Loks.

Oliver Bock Folgen:

Der jüngste Streitpunkt liegt in Assmannshausen, wo die Bahn in der Ortsmitte eine Fußgängerunterführung schließen und wenige Meter weiter eine neue bauen will. Gegen die lange Bauzeit und den Wunsch der Bahn, einen zentralen Parkplatz während der Bauphase komplett in Beschlag zu nehmen, gehen Hoteliers, Gastronomen und Bürger auf die Barrikaden, weil die Baumaschinen während der touristischen Hauptsaison anrollen sollen.

100 Zugbewegungen in der Nacht

Bei einer Informationsveranstaltung im Assmannshäuser Vereinshaus schlugen die Wogen kürzlich hoch, und wie schon die Stadt selbst wollen auch die Bürger mit anwaltlicher Unterstützung gegen die Bahnpläne vorgehen.

In allen Streitfällen spielt der Zugverkehr auf der rechtsrheinischen Strecke zwischen Wiesbaden und Koblenz eine bedeutende Rolle, und die Stadt hat deshalb die aktuelle Belastung ermitteln lassen. Demnach durchfahren werktags innerhalb von 24 Stunden rund 240 Züge die Stadt und ihren Ortsteil Assmannshausen, davon sind rund 90 Prozent besonders laute Gütertransporte.

Mehr zum Thema

Auf die Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr entfallen demnach rund 100 Zugbewegungen, auf den Tag mehr als 140. Die Messstelle in Assmannshausen hat in der Nacht Spitzenlärmwerte von 106 Dezibel und am Tag von 108,5 Dezibel gemessen. Größere Ruhephasen gibt es dazwischen nicht.

500 Meter lange Züge

Nach Darstellung von Bürgermeister Volker Mosler (CDU) beträgt der Abstand zwischen zwei durchfahrenden Lokomotiven nachts nur 4,8 Minuten, am Tag 6,6 Minuten. Bei bis zu 500 Meter langen Zügen und geringem Tempo betrage die Lärmpause in der Nacht somit tatsächlich oft nur zwei bis drei Minuten, rechnet Mosler vor. Ähnlich viele Züge wie zwischen Wiesbaden und Koblenz-Niederlahnstein sind auch auf der linksrheinischen Strecke unterwegs. Dort verkehren allerdings auch viele Personenzüge.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
S-Bahn-Stationen Keramikboden und Streetart

Die Bahn hat die Sperrung des S-Bahn-Tunnels genutzt, um fünf Stationen zu verschönern. Das meiste ist rechtzeitig fertig geworden – aber nicht alles. Mehr Von Matthias Trautsch, Frankfurt

25.08.2016, 08:34 Uhr | Rhein-Main
Architektonisches Meisterwerk Längste Glasbodenbrücke der Welt in China eröffnet

Manche Besucher wollen sich gar nicht bewegen, manche setzen sich hin und blicken entspannt 300 Meter in die Tiefe. Die längste Glasbodenbrücke der Welt ist 430 Meter lang. Mehr

21.08.2016, 18:29 Uhr | Gesellschaft
Umfrage Das Handy als Wegweiser wird immer beliebter

Das Handy ist stets dabei. Wie eine neue Umfrage zeigt, kommt ihm aber immer öfter eine neue Aufgabe zu. Eine Sache macht den Deutschen dabei allerdings zunehmend Sorgen. Mehr Von Martin Gropp

21.08.2016, 16:30 Uhr | Wirtschaft
Mitten im Meer Wohnen im Leuchtturm

Ein Ehepaar wohnt in einem Leuchtturm auf der Insel Marken in Holland. Ihr Domizil ist rund, 15 Meter hoch und ist der einzige bewohnte Leuchtturm der Niederlande. Mehr

21.08.2016, 13:44 Uhr | Stil
Wider die Fremdbestimmung Wir brauchen ein Digitalgesetz

Digitalkonzerne streben nach Profit und scheren sich nicht um Rechtsordnungen. Damit dürfen wir uns nicht abfinden. Es ist nicht zu spät, Freiheit und Grundrechte gegen die Digitalisierer zu verteidigen. Ein Vorschlag. Mehr Von Markus Runde

22.08.2016, 16:07 Uhr | Feuilleton

Stopp für Tempo 30

Von Matthias Alexander

Am Ende geht es bei Tempo 30 auf großen Frankfurter Straßen um die Frage, ob es eine leichte Reduzierung der Fahrgeräusche rechtfertigt, Autos nachts durch die Stadt schleichen zu lassen. Mehr 17 12

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen