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Rhein-Main : Vom Studenten zum Unternehmer

„Das lief alles sehr unbürokratisch“: Sylvia Wojczewski (links) und Hüseyin Aygün von Biospring über die Gründung ihrer Firma Bild: Eilmes, Wolfgang

Universitäten im Rhein-Main-Gebiet unterstützen junge Gründer aus ihren Reihen. „Sensibilisieren für die Selbständigkeit“, lautet die Aufgabe.

          Heiko Störkel und Sascha Heising wollen endlich richtig loslegen. Vor einem Jahr, noch während des Studiums, haben sie sich entschieden, das Unternehmen GeoMon zu gründen. Mit Hilfe von Drohnen wollen sie hochauflösende Geodaten, beispielsweise Luftbilder, produzieren und auswerten und sie an Ämter, in der Umweltplanung tätige Ingenieurbüros und Versicherungen verkaufen. Dafür haben sie Existenzgründerseminare besucht, auf Konferenzen mit möglichen Kunden gesprochen, einen Business-Plan geschrieben und Fördermittel beantragt. Jetzt, endlich, seien sie kurz vor dem Ziel, sagt Störkel.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Auf ihrem Weg vom Studenten zum Unternehmer hat das Gründerzentrum der Goethe-Universität, der „Unibator“, die beiden Geographen begleitet. Es stellt Gründern Büros zur Verfügung, hilft ihnen beim Beantragen von Fördergeld und ermöglicht ihnen, mit Experten aus Forschung und Industrie zu sprechen. „Wir unterstützen die Studenten in der Zeit, in der aus ihrer Idee eine Business-Idee wird“, sagt Projektleiterin Natascha Hoebel. Dabei hilft auch ein Mentor, den sich jedes Team suchen und mit einem schlüssigen Konzept überzeugen muss. „Ein richtiger Gründer ist sehr selbständig“, sagt Hoebel. „Das erwarten wir von unseren Studenten auch.“

          „Das lief alles sehr unbürokratisch“

          Der Goethe-Unibator ist nur eines von vielen Gründerzentren, mit denen Universitäten Studenten bei der Unternehmensgründung unterstützen. Seit im Jahr 1997 an der European Business School in Wiesbaden die erste Professur für Entrepreneurship eingerichtet worden sei, habe sich an deutschen Hochschulen kontinuierlich eine regelrechte Gründungskultur entwickelt, sagt Jürgen Schmude, Professor für Wirtschaftsgeographie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der regelmäßig ein Gründer-Ranking der Hochschulen vorlegt. In sieben Bundesländern, darunter auch Hessen, steht explizit in den Landeshochschulgesetzen, dass die Universitäten Studenten bei der Unternehmensgründung unterstützen sollen. Die Technische Universität Darmstadt etwa hat gerade beschlossen, ihre Gründungsberatung auszubauen. Auch die Uni Mainz hat ein solches Angebot.

          Als Sylvia Wojczewski und Hüseyin Aygün im Jahr 1999 ihr eigenes Unternehmen Biospring gründeten, gab es diese strukturelle Unterstützung noch nicht. Biospring stellt Gen-Schnipsel her, die in der klinischen Entwicklung von Arzneimitteln, in der Diagnostik und in der Forschung verwendet werden. Schon während ihrer Doktorarbeit in Chemie habe sie eine Marktlücke auf diesem Gebiet gesehen, sagt Wojczewski. Gemeinsam mit Aygün und vier Kommilitonen kratzte sie 60 000 Mark als Startkapital zusammen und kaufte ein Synthesegerät, um die Gen-Schnipsel herzustellen. Im Labor ihres Doktorvaters machten sich die jungen Gründer an die Produktion. So konnten sie sich nicht nur die Miete für ein eigenes Labor einsparen, sondern mussten sich auch nicht um die chemikalischen Abfälle kümmern, für deren Entsorgung es hohe gesetzliche Auflagen gibt. „Das lief alles sehr unbürokratisch“, berichtet Wojczewski, „und hat die Anfangshürden für uns enorm gesenkt.“

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