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Rhein-Main-Region Züge verspäten sich wegen Kabeldiebstählen

 ·  Wegen des Diebstahls von Kupferkabeln haben sich im Rhein-Main-Gebiet in den vergangenen Monaten viele Züge verspätet.

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Wegen des Diebstahls von Kupferkabeln haben sich im Rhein-Main-Gebiet in den vergangenen Monaten viele Züge verspätet. Wie Knut Ringat, der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), am Donnerstag berichtete, waren allein im Mai 2012 zehn Prozent der Primärverspätungen auf Kabeldiebstahl zurückzuführen. Auf solche Primärverspätungen, für die normalerweise schlechtes Wetter oder behördliche Eingriffe verantwortlich sind, folgen oft Sekundärverspätungen, weil der Fahrplan durcheinanderkommt.

Nicht zuletzt deshalb hat sich die Pünktlichkeit auf den RMV-Strecken leicht um 0,5Prozentpunkte verschlechtert, liegt aber immer noch auf dem gegenüber früheren Jahren recht hohen Wert von knapp 96Prozent. Dagegen hat sich das Sicherheitsgefühl der Kunden weiter verbessert. Die für 2012 von den Zug-Gästen vergebene Durchschnittsnote liegt auf einer Skala von 1 bis 6 bei 1,83 (zuvor 1,87). Die Verbesserung dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass in allen S-Bahnen von 21Uhr an zwei Wachleute im ersten Wagen aufpassen. Von 2015 an soll in jeder Bahn schon von 20Uhr an Wachpersonal eingesetzt werden: Ein Wachmann soll im ersten Waggon für Sicherheit sorgen, ein zweiter im Zug patrouillieren. In manchen Bahnen fahren schon heute Wachleute von 20Uhr an mit. Auch in den Regionalbahnen wird der Einsatz von Wachleuten ausgeweitet.

Stationen sollen weiter modernisiert werden

Fortfahren wird der RMV auch 2013 damit, die Stationen mit elektronischen Informationssystemen auszurüsten, die unter anderem Verspätungen anzeigen. Mittlerweile sind zwei Drittel der Stationen mit sogenannten dynamischen Schriftanzeigern ausgestattet. Fahrgäste können sich Informationen über die Verkehrslage auch regelmäßig als Info-Mail auf ihr Handy schicken lassen. Der RMV baut seine Datendrehscheibe, über welche die Kunden Echtzeit-Daten etwa über die Ankunftszeit von Zügen und Bussen erhalten, 2013 weiter aus. Schon jetzt ist der Regionalverkehr komplett in das System integriert, Ende 2013 sollen 75Prozent des lokalen Verkehrs - das ist vor allem Busverkehr - hinzugekommen sein. 2015 soll der Ausbau abgeschlossen sein.

Weitergehen wird es auch mit der Modernisierung von Stationen. Im Sommer 2011 hatten das Land, die Bahn und der RMV hierzu einen Vertrag unterzeichnet. Bis 2019 sollen etwa 100Stationen auf einen modernen Stand gebracht werden, der zum Beispiel Barrierefreiheit oder die Ausrüstung mit elektronischen Informationssystemen umfasst. Bisher haben die drei Partner 27Planungs-, Realisierungs- und Finanzierungsvereinbarungen unterzeichnet. Nimmt man Barrierefreiheit als Maßstab, ist derzeit von den 384Stationen im RMV-Gebiet etwa die Hälfte modernisiert.

Fünf Großprojekte haben für den RMV Priorität

Seit seiner Gründung 1995 hat der RMV Jahr für Jahr mehr Fahrgäste ans Ziel gebracht. Auch 2012 konnte der Verbund wieder eine Steigerung der Fahrgast-Zahlen verzeichnen, von 703 auf 705Millionen. Auch die Einnahmen stiegen, von 731 auf 746Millionen Euro. Zu schaffen machen dem Verbund die starken Preissteigerungen bei Diesel und Elektrizität. Außerdem muss er damit fertigwerden, dass der Verkehr auf dem Land wegen des demographischen Wandels zurückgeht, während er im Ballungsraum um Frankfurt stetig zunimmt. Allerdings müssten hier dringend neue Schienenstrecken gebaut werden, das bestehende Gleisnetz wird mittlerweile bis zur Kapazitätsgrenze ausgenutzt.

Fünf Großprojekte haben für den RMV Priorität, darunter der Ausbau der S6 nach Bad Vilbel und Friedberg. RMV-Mitgeschäftsführer Klaus-Peter Güttler erwartet, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau des dritten und vierten Gleises nach Bad Vilbel begonnen wird. Für die Nordmainische S-Bahn sind Planfeststellungsanträge eingereicht, für die S-Bahn nach Gateway Gardens hat das Planfeststellungsverfahren begonnen. Über die Regionaltangente West soll 2015 entschieden werden. Schwierig bleibt die Anbindung des geplanten Terminals3 des Frankfurter Flughafens ans S-Bahn-Netz. Die Planungen stecken noch in den Anfängen.

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