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Veröffentlicht: 03.05.2015, 19:27 Uhr

Wiesbaden startet Versuch Onlineportal für Kitaplätze

Wer ein Kind hat und einen Betreuungsplatz sucht, kennt die Strapazen: Jede Kita muss einzeln angeschrieben und besucht werden. In Wiesbaden soll nun ein Internetportal den langwierigen Prozess abkürzen.

von , Wiesbaden
© dpa Alles belegt: Ein Schuhregal in einer Kindertagesstätte in Hessen

In Wiesbaden können Eltern sich nun online bei den 24 Biebricher Kindertagesstätten vormerken lassen. Damit reagiert die Stadt auf viele Beschwerden junger Eltern und eine Initiative der Stadtverordneten Simone Koch (CDU). Dass das bisherige Verfahren völlig inakzeptabel sei, zeigten ihr vor zwei Jahren die Erfahrungen mit ihrem Sohn. „Eine wahre Rundreise durch die Stadt“ sei nötig, um sich in jeder einzelnen in Frage kommenden Einrichtung auf die Warteliste setzen zu lassen, klagte sie.

Ewald Hetrodt Folgen:

Anschließend müssten die Eltern in regelmäßigen Abständen ihr Interesse bekunden. Je nach Kita sei dies monatlich, quartalsweise oder einmal im Jahr nötig. „Man muss einen Fristenkalender führen, um bloß nichts zu verpassen.“ Schließlich unterzeichne man sicherheitshalber mehrere Verträge, von denen am Ende nur einer wirksam werde.

90 Prozent der Eltern kritisieren schlechte Vergabepraxis

Koch führte auch eine repräsentative Zufallsstichprobe ins Feld. Danach betrachtete im Jahr 2011 nur etwa ein Drittel der Eltern Wiesbaden als familienfreundliche Stadt. Fast 90 Prozent fanden es nicht nur wichtig, die Betreuung auszubauen. Sie sahen auch organisatorische Mängel bei der Vergabe der vorhandenen Plätze. Vor allem forderten sie eine raschere Vergabe, damit sie ihren beruflichen Wiedereinstieg verlässlich planen könnten.

Die Stadt Düsseldorf diente mit ihrem Verfahren als Vorbild. Die Wiesbadener Variante heißt nun „Wikita“. Auf die Startseite im Internet gelangt man, wenn man www.wiesbaden.de/kitas anwählt. Wer beispielsweise „Biebrich“ eingibt, bekommt die dortigen Einrichtungen angezeigt und kann sich über sie im Einzelnen informieren. Mit einem Klick kann man sein Kind vormerken lassen, allerdings höchstens in zehn Einrichtungen.

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Die Vormerkungen werden grundsätzlich in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Sobald ein Platz frei wird, meldet sich die Kindertagesstätte bei den Eltern, die dann zu Besuch kommen müssen. Verläuft er erfolgreich, wird das Kind aufgenommen und aus dem System gelöscht. So hat die Stadt jederzeit einen genauen und verlässlichen Überblick über den aktuellen Bedarf an Plätzen. Kein Kind steht auf Wartelisten, obwohl es längst einen Platz hat.

Wenn das Pilotprojekt in Biebrich gut läuft, sollen die 162 Kindertagesstäten in den anderen Stadtteilen in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls nach und nach in das System integriert werden.

Weitere Infos

Wiesbadener Kitaplatzberatung: Telefon 0611/31 21 01

Broschüre zu Kitas in Wiesbaden hier

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