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Weinlese Guter Jahrgang trotz schlechten Wetters

 ·  Der Deutsche Weinbauverband ist sich sicher: 2007 wird ein „hervorragender Weinjahrgang“. In diesem Jahr rechnet der Verband mit deutlich höheren Erträgen als 2006.

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Obwohl der Wetterdienst Meteomedia bei seiner Sommer-Bilanz noch einmal von „ungewöhnlich kalten und nassen Wochen“ gesprochen hat, ist sich der Deutsche Weinbauverband sicher, dass 2007 ein „hervorragender Weinjahrgang“ werden wird. Verbandspräsident Norbert Weber, der im pfälzischen Weisenheim am Berg die Hauptweinlese eröffnete, geht angesichts der ungewöhnlich frühen Reife von einem „optimalen Lesezeitpunkt“ aus; wenn das trockene Wetter noch eine Weile anhalte.

Auch in Mainz, wo am Abend im Lichthof der Handwerkskammer die als „Selection Rheinhessen“ ausgezeichneten besten Weine des Vorjahrs präsentiert wurden, verbanden die meisten Experten große Erwartungen mit dem bevorstehenden Herbst. Das Deutsche Weininstitut rechnet gar mit einer bundesweiten Erntemenge von rund zehn Millionen Hektolitern. Im Vergleich zum schwierigen Jahr 2006 wäre das ein Plus von etwa 13 Prozent, und im zehnjährigen Durchschnitt immer noch ein Mengenzuwachs von rund fünf Prozent.

Winzer berichten von guter Reife

Dabei seien die Ertragserwartungen einer Region schwer vorherzusagen, erklärte Thomas Schätzel, der Vorsitzende des Vereins „Rheinhessenwein“. Angesichts der Wetterkapriolen im vergangenen Herbst, als man die zunächst guten Mengenprognosen nahezu täglich nach unten habe korrigieren müssen, wolle er sich deshalb auch nicht „am Zahlenlotto vor der Lese“ beteiligen. Unstrittig sei, dass die Winzer derzeit von einer guten Reife, von wöchentlich steigenden Öchslegraden und prall gefüllten Trauben berichten könnten, sagte Sonja Ostermayer vom Beratungsring „RS – Selection Rheinhessen“. Nun hänge vieles vom Wetter der nächsten Tage und Wochen ab.

Der offiziell ausgerufene Beginn der Hauptweinlese bedeute ja nicht, „dass die Winzer jetzt alle in die Weinberge stürzen“, erklärte Bernd Kern, der Geschäftsführer von Rheinhessenwein. Dies sei abhängig von den Sorten, den Standorten und dem Zustand der Trauben: Mit Müller-Thurgau werde begonnen, später folgten Grau- und Weißburgunder, Silvaner und Riesling. Auch wenn noch immer knapp 70 Prozent der rheinhessischen „Brot und Butter“-Weine für den Lebensmittelhandel in Deutschland und dem Ausland bestimmt sei, habe die Region mit ihren Spitzenprodukten in den vergangenen Jahren stark aufgeholt.

Und mit dem gerade von jüngeren Winzern und Kellermeistern immer öfter ausgebauten Spätburgunder-Rotweinen könnten auch gute Preise erzielt werden. Ein weiterer Trend, der Erfolg verspreche, sei die Umstellung auf Ökobetrieb, die vor allem von Spitzenweingütern ins Auge gefasst werde, sagte Ostermayer. Gerade Riesling und Silvaner könnten auf ausgezeichnete Weise zeigen, „von welchem Terroir sie geprägt sind“. Mit der bereits zum 15. Mal zusammengestellten Kollektion „Selection Rheinhessen“ sei es der Region gelungen, sich wettbewerbsfähig zu machen; dies etwa in Konkurrenz zu den Großen Gewächsen anderer Weinbaugebiete, sagte der Rheinhessenwein-Vorsitzende Schätzel.

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Jahrgang 1962, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.

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