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Wein 3000 Euro für alten Rüdesheimer

11.03.2007 ·  In der stimmungsvollen Atomsphäre der mittelalterlichen Klosteranlage haben die Hessischen Staatsweingüter zur Weinaktion geladen. 82.500 Euro Umsatz sind bei der Frühjahrsversteigerung erzielt worden.

Von Oliver Bock
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Die Anziehungskraft des mittlerweile gut etablierten „Rheingau Gourmet und Wein Festivals“ und die damit verbundenen wirtschaftlichen Impulse in der Region spüren außer dem Hotel „Kronenschlösschen“ des Organisators Hans-Burkhardt Ullrich in Hattenheim auch viele andere Betriebe im Rheingau. Die Hessischen Staatsweingüter, die ihre Frühjahrsversteigerung eigens in das Programm integriert haben, zählten am Samstag mehr als 450 Gäste, darunter auch einen beachtlichen Teil von Festivalbesuchern, für die diese Weinauktion in der stimmungsvollen Atomsphäre einer mittelalterlichen Klosteranlage eine Premiere war.

Am Ende der vierstündigen Auktion hatten die Staatsweingüter einen Umsatz von 82.500 Euro erzielt. Insgesamt hatte Auktionator Leo Gros 39 Lose aufgerufen, darunter einige rare Einzelflaschen und größere Partien mit bis zu 480 Flaschen. Mit sechs Angeboten war die Bergsträsser Domäne der Staatsweingüter diesmal ungewöhnlich stark vertreten. Dominiert wurde das Sortiment der Auktion von süßen Kabinettweinen, Spätlesen und Auslesen. Gute Preise wurden auch für die sechs Rotweine aus dem Assmannshäuser Höllenberg bezahlt. Teuerster „Roter“ wurde mit 41,50 Euro eine trockene Höllenberg Auslese des Jahrgangs 2003.

800 Euro für einen 1947er „Frühburgunder natur“

Den höchsten Flaschenpreis erzielt mit 3000 Euro eine 1937er Rüdesheimer Berg Rottland Riesling Trockenbeerenauslese. Für einen 1947er Assmannshäuser Höllenberg „Frühburgunder natur“ zahlte ein unbekannter Weinfreund über seinen beauftragten Kommissionär immerhin noch 800 Euro. 300 Euro je Flasche gab es für die 2005er Rauenthaler Baiken Trockenbeerenauslese.

Die alljährlich „gute Tat“ der Staatsweingüter, die Versteigerung eines Benefiz-Weins, bracht dem Wiesbadener Verein „Zwerg Nase“ 1550 Euro. Diese Summe war einem Weinfreund die 1947er Steinberger Riesling Auslese wert. Mit dem Geld wird ein Haus für behinderte Kinder in Wiesbaden unterstützt. Der preiswerteste Wein war mit 6,60 Euro je Flasche ein Steinberger Riesling. Eine der höchsten Steigerungsraten erreichte eine 2002er Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Weißherbst Auslese, die für 19 Euro ausgerufen waren, doch erst bei 44 Euro stimmten Angebot und Nachfrage überein.

Weit mehr als 1000 Weingenießer kamen zudem am Sonntag ins Kloster zur großen Weinpräsentation der Prädikatsweingüter, zu der auch Winzer aus dem Gastland Rioja angereist waren. Insgesamt 34 Rheingauer Güter und fast 30 Erzeuger aus Spanien zeigen die Spitzen ihres Sortiments. Mit einer „Weinreise durch Israel“, einer Zigarrenverkostung und einem Gala-Diner mit dem französischen Starkoch Jean Claude Bourgueil näherte sich auch das Gourmet-Programm des Festivals dem Finale. Am Montag gibt Drei-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt noch ein Menü zu südafrikanischen Weinen, ehe das elfte Festival morgen mit einer „Haus- und Küchenparty“ beendet wird.

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