Die Unterstützungserklärung des Frankfurter IG-Metall-Chefs Armin Schild für die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti stößt inner- und außerhalb der Gewerkschaft auf Kritik. „Der Kollege Schild sollte nicht seine persönlichen Vorlieben mit der Politik der IG Metall verwechseln“, sagte der Offenbacher IG-Metall-Bevollmächtigte Werner Dreibus, der für die Linke im Bundestag sitzt: „Die IG Metall bleibt politisch, aber parteipolitisch unabhängig.“
Der Frankfurter IG-Metall-Bezirksvorsitzende Schild hatte am Wochenende Ypsilanti als Symbolfigur einer neuen Annäherung zwischen den Gewerkschaften und den Sozialdemokraten bezeichnet. Er beklagte den Fortgang vieler Metall-Gewerkschafter zur Linken. Die Arbeitnehmervertretungen bräuchten die SPD als starken Partner in den Parlamenten, sagte Schild, der selbst Sozialdemokrat ist.
Nordhessens SPD-Chef nicht dabei
„Die IG Metall lässt sich vor den parteipolitischen Karren der SPD spannen“, kritisierte CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg: „Herr Schild verlässt den Pfad der Einheitsgewerkschaft und macht schlicht billigste Parteipolitik.“
Der Vorsitzende des CDU-Gewerkschaftsflügels CDA in Frankfurt, Matthias Zimmer, warf Ypsilanti vor, sie bereite „einen neuen historischen Schulterschluss mit der Linken vor“. Die inhaltlichen Übereinstimmungen zwischen der hessischen SPD und der Linken seien nicht zu übersehen.
Unterdessen ist bekannt geworden, dass der nordhessische SPD-Bezirkschef Manfred Schaub im Falle eines SPD-Sieges bei der Landtagswahl nicht für einen Ministerposten zur Verfügung steht . „Ich habe eine Aufgabe in Baunatal übernommen, für die mich die Bevölkerung erst vor zwei Jahren mit einer hohen Zustimmung ausgestattet hat. Ich werde deshalb jetzt kein anderes Amt anstreben“, sagte der Bürgermeister der 28.000-Einwohner-Stadt. Schaub war angeblich als Innenminister nach einem eventuellen Regierungswechsel im Gespräch. SPD-Chefin Andrea Ypsilanti bedauerte den Entschluss. Er zeige aber, dass Schaub für Geradlinigkeit gegenüber den Wählern stehe.

