18.01.2009 · Auch im Rhein-Main-Gebiet verzeichnen die kleinen Parteien hohe Gewinne. Große Verluste für die Sozialdemokraten und ein stabiles Ergebnis für die CDU - das ist in der Region das Ergebnis der Landtagswahl.
Von Peter LückemeierHohe Gewinne für FDP und Grüne, große Verluste für die Sozialdemokraten und ein stabiles Ergebnis für die CDU – das ist auch im Rhein-Main-Gebiet das Ergebnis der Landtagswahl. Alle Direktmandate in der Region wurden von der CDU gewonnen. Den Wahlkreis 30 (Wiesbaden I) gewann Astrid Wallmann, die Nichte des früheren Ministerpräsidenten Walter Wallmann, mit 39,4 Prozent der Erststimmen, der bisherige Abgeordnete und gescheiterte Oberbürgermeister-Kandidat Ernst-Ewald Roth (SPD) erreichte 29,2 Prozent. Wallmanns Partei, die CDU, kam auf 34,7 Prozent (plus 0,7), die SPD erreichte 20,9 Prozent, die Grünen 18,2, die FDP 16,9 Prozent.
In der Stadt Darmstadt konnte die CDU sich leicht um 0,3 Prozentpunkte auf 27,2 Prozent verbessern, die traditionell in der Wissenschaftsstadt starken Grünen übertrafen mit 25,9 Prozent deutlich die SPD (21,9), die 17,8 Prozentpunkte verlor. Die FDP gewann 5,7 auf 14,3, die Linke steigerte sich um einen Punkt auf 7,7 Prozent. Den Wahlkreis Darmstadt-Dieburg I holte Gottfried Milde jun. (CDU) mit 37,0 Prozent, Darmstadt II ging an Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) mit 42,1 Prozent. Den Wahlkreis 44 (Offenbach-Land I) gewann Hartmut Honka für die CDU mit 43,3 Prozent.
Auch bei den Landesstimmen lag seine Partei mit 38,6 Prozent deutlich vor der SPD (19,1), die damit nur knapp die FDP (17,9) und die Grünen (16,4) übertraf. Im Wahlkreis 45 (Offenbach Land II) gewann Europaminister Volker Hoff (46,4 Prozent). Bei den Landesstimmen kam die CDU auf 41,3 (minus 1,6), die SPD auf nur noch 18,5 (minus 12,3). Die FDP steigerte sich auf 18 Prozent (plus 7,8). Der Wahlkreis 46 (Offenbach Land III) wurde von Frank Lortz (CDU) mit 46,3 Prozent der Erststimmen gezogen. Die CDU kam auf 41,7 Prozent, die SPD auf 18,2, die FDP auf 17,7 und die Grünen auf 14,2 Prozent.
In der Stadt Offenbach (Sieger: Staatskanzleichef Stefan Grüttner, CDU) verlor die SPD mit 13,6 Punkten noch stärker als im Landesdurchschnitt, sie landete bei nur noch 21,2 Prozent. Die Grünen konnten ihr Ergebnis um 7,9 Punkte auf 18,5 Prozent verbessern, die Linke ihres um 0,9 Punkte auf 7,5 Prozent.
Im Wahlkreis Hochtaunus I, den Holger Bellino (CDU) mit 50,4 Prozent holte, verschlechterte sich die CDU um 1,0 Prozentpunkte auf 43,2 Prozent, die SPD fiel um 11,4 Punkte auf 15,4 Prozent zurück. Die FDP verbesserte ihr Ergebnis um 7,1 Punkte auf 20,8 Prozent, die Grünen steigerten sich um 5,7 Punkte auf 13,5 Prozent. Auch in einzelnen Städten des Hochtaunus übertraf die FDP ihr landesweites Ergebnis noch bei weitem und wurde teilweise stärker als die SPD. So erreichten die Liberalen in Bad Homburg 22,5 Prozent, während die SPD um 9,9 Punkte abrutschte und nur noch auf 13,6 Prozent kam. Die CDU verlor zwei Prozentpunkte auf 45,2 Prozent. Auch in Grävenwiesbach und in Friedrichsdorf erreichte die FDP 21,1 und 20,4 Prozent.
Im Rheingau-Wahlkreis 29 gewann Peter Beuth (CDU) mit 46,6 Prozent der Erststimmen. Auch bei der Landesstimme lag hier die CDU mit 39,7 Prozent klar vor der SPD (21,1 Prozent).
Den Wahlkreis 25 (Wetterau I) gewann Tobias Utter (CDU) mit 42,3 Prozent, wobei auch er den Zweitstimmenanteil seiner Partei (39,6) übertraf. Den zweiten Wetterau-Wahlkreis gewann Klaus Dietz (CDU) mit 41,4 Prozent, seine Partei kam auf 37,1 Prozent, die SPD übertraf mit 27,1 Prozent ihr Landesergebnis, gab aber auch noch 10,4 Prozentpunkte ab. Den dritten Wahlkreis der Wetterau (27) holte Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) mit 45,1 Prozent der Erststimmen. Bei den Landesstimmen erreichte die CDU 40,3 Prozent.
Den Wahlkreis 32 (Main-Taunus I) gewann Ministerpräsident Roland Koch mit 55,3 Prozent der Erststimmen, wobei er sich um 3,0 Punkte verbesserte. Bei den Landesstimmen kam die CDU nur auf 43,6 Prozent, was einen Verlust von 2,2 Punkten bedeutet. Die FDP (plus 7,5) verbesserte sich auf 22,5 Prozent, die SPD (minus 10,2) kam hier nur noch auf 14,4 Prozent. In Frankfurt fielen alle sechs Wahlkreise an die CDU-Kandidaten.
Peter Lückemeier Jahrgang 1950, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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