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„Von noch mehr Fällen auszugehen“ Weitere Missbrauchsopfer in Limburg und Amöneburg

09.03.2010 ·  Ein zweiter ehemaliger Schüler der Stiftsschule Amöneburg hat sich als Opfer sexuellen Missbrauchs gemeldet. Die Missbrauchsbeauftragte Fuldaer geht von noch mehr Fällen im Kirchenbezirk aus. Das Bistum Limburg hat derweil den Verdachtsfall auf Missbrauch bei den Domsingknaben bestätigt.

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Ein zweiter ehemaliger Schüler der Stiftsschule Amöneburg hat sich als Opfer sexuellen Missbrauchs gemeldet. Das gab das Bistum Fulda auf Anfrage zu. Der Mann soll wie ein anderer damaliger Schüler 1976 in der Stiftsschule Amöneburg im Kreis Marburg-Biedenkopf von einem pädagogischen Laienmitarbeiter missbraucht worden sein. Den ersten Fall an der Stiftsschule hatte das Bistum am vergangenen Freitag bekanntgegeben (Missbrauchsvorwürfe auch im Bistum Fulda). Verdächtigt werden im Bistum Fulda insgesamt drei kirchliche Mitarbeiter, Kinder und Jugendliche missbraucht zu haben. Im Bistum Limburg gibt es ebenfalls Verdachtsfälle.

Das katholische Bistum Limburg hat derweil den Verdachtsfall auf Missbrauch bei den Domsingknaben bestätigt. In den siebziger Jahren habe es ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den damaligen Leiter des Musischen Internates Hadamar gegeben, teilte das Bistum mit. Der Mann sei nicht strafrechtlich verurteilt worden, er sei im Jahr 2002 gestorben. In der Mitteilung hieß es, derzeit würden „Verdachtsfälle gegen fünf weitere Priester und kirchliche Mitarbeiter“ untersucht. Die Vorwürfe reichten zurück in die fünfziger, sechziger und siebziger Jahre. In einem aktuellen Fall hatte das Bistum im Februar einen Priester von seinen Aufgaben entbunden.

„Anlass, das Geschehene hervorzuholen“

Die Missbrauchsbeauftragte des Bistums Fulda geht von noch mehr Fällen im Kirchenbezirk aus. „Damit ist zu rechnen“, sagte Anne Schmitz der Deutschen Presse-Agentur . Dass der Skandal mit den bisher bekannten Fällen noch nicht ausgestanden sei, lehre die Erfahrung aus anderen Diözesen. „Wenn ein Thema einmal in den Medien präsent ist, melden sich weitere Betroffene. Für den einen oder anderen gibt es Anlass, das Geschehene hervorzuholen.“

Über die Frage finanzieller Entschädigungen für Opfer müsse die Deutsche Bischofskonferenz entscheiden. Zuvorderst sollten aber die Täter für einen Ausgleich sorgen. Das Bistum finanziere therapeutische Hilfsmaßnahmen für die Opfer und stehe für die Aufarbeitung zur Verfügung. „Dass die Opfer auf ein Klima der Offenheit stoßen, trägt zur Imageverbesserung der Kirche bei“, befand Schmitz.

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