22.11.2004 · Wiesbadens Papageien breiten sich über den Rhein aus. „Halsband- und Alexandersittich tauchen seit einiger Zeit in den westlichen Stadtteilen von Mainz wie Mombach und Gonsenheim auf“, sagen Vogelkundler.
Wiesbadens Papageien breiten sich über den Rhein aus. „Halsband- und Alexandersittich tauchen seit einiger Zeit in den westlichen Stadtteilen von Mainz wie Mombach und Gonsenheim auf“, sagte Dieter Zingel von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz am Montag in Wiesbaden und bestätigte damit einen Bericht der „Frankfurter Neuen Presse“. Die aus Indien stammenden Exoten bevölkern seit Mitte der siebziger Jahre den Wiesbadener Kurpark und den Schloßpark in Biebrich.
Als Grund nannte Zingel die natürliche Wanderung der Papageien oder Großsittiche. „Erstmals haben sich die Vögel in den sechziger Jahren im Kölner Raum angesiedelt, seitdem wandern sie entlang den Flußniederungen den Rhein aufwärts“, sagte der Vogelkundler. Mittlerweile seien sie auch in Mannheim, Worms, Heidelberg und selbst in Stuttgart zu beobachten. Zudem suchten die Wiesbadener Sittiche neue Brutstätten, seit im Biebricher Schloßpark viele alte Laubbäume abgeholzt worden seien. „Damit werden den Sittichen die verlassenen Höhlen der Spechte genommen, in denen sie ausschließlich brüten.“ Zunehmend wichen die grünen Vögel daher auch auf die Bäume am Schiersteiner Hafen und in den Wiesbadener Stadtwald aus.
In Wiesbaden gibt es den jüngsten Zählungen zufolge 1.000 Halsbandsittiche und etwa 150 Alexandersittiche. Die Vögel waren in Massen aus Indien nach Europa exportiert worden, als in den sechziger Jahren das Importverbot für tropische Vögel aufgehoben wurde. „Damals hielten sich die Menschen die Papageien wie Wellensittiche, merkten aber schnell, daß es keine Stubenvögel sind und ließen sie in die freie Wildbahn“, sagte Zingel.