Home
http://www.faz.net/-gzl-p9lz
Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Verkehr Autobahn 5 bei Frankfurt nach Gefahrgutunfall wieder frei

 ·  Fast 24 Stunden nach dem schweren Unfall auf der A5 konnte die Strecke erst wieder freigegeben werden. Giftiges Methylamin war ausgelaufen und vergiftete das Erdreich und den Fluß Nidda, viele Fische starben.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

23 Stunden nach dem Gefahrgutunfall auf der Autobahn am Frankfurter Nordwestkreuz hat die Polizei die Strecke wieder komplett frei gegeben. „Der Verkehr läuft wieder störungsfrei“, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht mehr, daher sei auch das kurzfristig eingerichtete Bürgertelefon wieder abgeschaltet worden. Nach dem Unfall am Mittwoch mit zwei Lastwagen waren aus einem Tanklaster 21 Tonnen des hochgiftigen Methylamin ausgelaufen. Die vorübergehende Sperrung der achtspurigen Autobahn führte in und um Frankfurt zum Verkehrschaos.

Ersten Ermittlungen zufolge ist der Unfall auf die Unachtsamkeit des Fahrers des Lasters zurückzuführen, der in Offenbach zugelassen ist. Der 26jährige war auf der Autobahn Darmstadt-Kassel (A 5) auf einen dänischen Gefahrguttransporter aufgefahren und hatte dessen Tankkammer seitlich aufgeschlitzt. Der Transporter hatte insgesamt 27 Tonnen der Chemikalie geladen. Methylamin ist unter Druck flüssig und verflüchtigt sich an der Luft nur langsam. Die Substanz wird für zahlreiche chemische Prozesse verwendet.

Nach dem Unfall war ein Teil des stark ätzenden und leicht entzündbaren Flüssiggases über einen Regenwasserkanal in die Nidda gelaufen und hatte dort ein Fischsterben ausgelöst. Feuerwehr und Umweltamt hatten die Unfallstelle bis Donnerstagmittag wieder verlassen. „Wir haben zwischen 50 bis 70 Kubikmeter Erdreich abgetragen“, sagte Klaus Wichert von der Unteren Wasserbehörde. Die Gruben seien inzwischen wieder gefüllt. Nun müsse der Kanal zur Nidda noch weiter gespült und auf Reste der Chemikalie überprüft werden. „Der Vorfall ist sehr ärgerlich, in seinen Folgen aber abgesehen von dem Fischsterben nicht so bedrohlich.“

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Rheintal am Gängelband

Von Oliver Bock

Dem Rheintal muss erspart bleiben, was Dresden mit seiner Waldschlösschenbrücke schmerzlich erfahren hat. Wo lag am Ende der Gewinn, der sächsischen Landeshauptstadt das Welterbeprädikat zu entziehen? Mehr 3 1