21.02.2005 · Der Besuch von Amerikas Präsident George Bush an diesem Mittwoch bringt Polizei, Bahn und Firmen rund um Mainz und Wiesbaden in eine Ausnahmesituation. Auch werden bei Opel Rüsselsheim die Bänder stillstehen.
Der Besuch von Amerikas Präsident George Bush an diesem Mittwoch bringt Polizei, Bahn und Firmen rund um Mainz und Wiesbaden in eine Ausnahmesituation. Im Schienenverkehr werden massive Einschränkungen erwartet, auf einigen Autobahnstrecken ist schon in der Nacht zu Mittwoch mit Sperrungen zu rechnen. „Im Rhein-Main-Gebiet werden bis zu einer dreiviertel Million Fahrgäste betroffen sein“, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn der Zeitung „Financial Times Deutschland“. Im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim fällt die Produktion am Mittwoch aus.
Für den Besuch der amerikanischen First Lady Laura Bush am Dienstag in zwei amerikanische Schulen in Wiesbaden rechnet die Polizei nicht mit Verkehrsbeeinträchtigungen. „Es wird kaum jemand merken, daß sie da ist“, sagte Polizeisprecher Jörg Seiderer. Kaum Zugangsschwierigkeiten zu einzelnen Stadtteilen erwartet die Polizei wegen Demonstrationen mit bis zu 200 erwarteten Teilnehmern, die bereits für Dienstagnachmittag in Wiesbaden, Frankfurt, Kassel sowie in Mainz geplant sind. Am Mittwochvormittag werden mehr als 5.000 Menschen zu einer Kundgebung in Mainz erwartet, vor dem Haupttor der Rhein-Main-Air-Base wollen Ordensleute der Opfer des Irak-Krieges gedenken und gegen den Besuch von Bush protestieren.
Bahn „verwundert“ über Ausmaß der Einschränkungen
Mehdorn zeigte sich „verwundert“ über das Ausmaß der Einschränkungen beim Besuch des amerikanischen Präsidenten. „Damit macht man sich in Deutschland nicht viele Freunde“, sagte Mehdorn der Zeitung. Bei Opel könne wegen der Verkehrsbehinderungen zum Bush-Besuch weder das pünktliche Erscheinen der Mitarbeiter noch die rechtzeitige Anlieferung von Material sichergestellt werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Betroffen seien rund 5.000 Mitarbeiter und damit etwa ein Drittel der Belegschaft. Die Schichten sollen an den beiden kommenden Samstagen nachgeholt werden.
Auch andere Firmen in der Region wie das Technologie-Unternehmen Linde rechnen für Mittwoch nicht mit einem normalen Arbeitstag. Mehrere Beschäftigte aus Mainz und Frankfurt würden das Angebot nutzen, Urlaub zu nehmen oder von zu Hause aus zu arbeiten. „Und einige Unabkömmliche werden in Wiesbaden im Hotel untergebracht“, sagte ein Sprecher.
Bahn: Kurzfristige Anrufe von den Sicherheitsbehörden
Nach Angaben der Bahn sind die Einschränkungen im Zugverkehr teils nicht vorhersehbar. „Wir werden kurzfristig Anrufe von den Sicherheitsbehörden bekommen und müssen dann reagieren“, sagte eine Bahn-Sprecherin am Montag zu möglichen Behinderungen über geplante Änderungen hinaus. Einzelne Züge könnten in beiden Richtungen auf den Strecken Koblenz-Frankfurt, Wiesbaden/Mainz-Frankfurt und Aschaffenburg-Wiesbaden ausfallen.
Auch die S-Bahn-Pendler sind betroffen. Nach Bahn-Angaben fahren von 9.00 bis 21.00 Uhr die Linien S8 und S9 aus Osten nur bis Kelsterbach, die Linie S1 fährt nur bis Frankfurt-Höchst. Pendler müssen an diesen Stationen umsteigen, um Wiesbaden und Mainz zu erreichen. Hinweise gibt es am Mittwoch unter der Telefonnummer 01805-313 000.
Verkehrsinformationen: Heißer Draht zum Bush-Besuch
Besonders auf den Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet kann es nachts ab vier Uhr am Mittwochmorgen zu ersten Sperrungen kommen. „Wir müssen dieses große Gebiet nach und nach abarbeiten“, sagte Seiderer. Beim Ring aus den Autobahnen A 66, A 3, A 67 und A 60, der in einer Richtung um Mainz herumführen soll, werde es von 8.30 bis 10.30 Uhr und nicht wie zuerst angegeben von 7.00 bis 11.00 Uhr zu zeitweisen Vollsperrungen kommen. Nachmittags sind vorübergehende Sperrungen zwischen 17.00 und 19.00 Uhr möglich.
Die Theodor-Heuss-Brücke, die Wiesbaden und Mainz miteinander verbindet, bleibt von 7.00 Uhr an den ganzen Tag gesperrt. Aktuelle Verkehrsinformationen gibt es unter der Nummer 0800-00 02 841.