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Verhandlungen mit Städel abgebrochen Zukunft der Holbein-Madonna ungewiss

03.12.2009 ·  Die Erbengemeinschaft aus Mitgliedern des Hauses Hessen hat die Verhandlungen über einen Verbleib der Holbein-Madonna in der Rhein-Main-Region ergebnislos beendet. Damit die Pläne eines Konsortiums gescheitert, die Madonna für 40 Millionen Euro zu erwerben.

Von Michael Hierholzer
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Die Erbengemeinschaft aus Mitgliedern des Hauses Hessen hat die Verhandlungen über einen Verbleib der Holbein-Madonna in der Rhein-Main-Region ergebnislos beendet. Wie Städel-Direktor Max Hollein bestätigte, sind damit die Pläne eines aus öffentlichen und privaten Institutionen bestehenden Konsortiums gescheitert, das vermutlich 1526 entstandene Bild, das die unter dem Mantel der Muttergottes versammelte Familie des Baseler Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen darstellt, für 40 Millionen Euro zu erwerben.

Die Gespräche seien in den vergangenen Wochen "sehr positiv" verlaufen, sagte der Museumsleiter, der federführend war bei den Bemühungen, das Gemälde für Hessen zu sichern. Umso enttäuschter zeigte er sich jetzt. An der Finanzierung hätten sich nach Holleins Darstellung das Land, das Städel, die Stadt Darmstadt und verschiedene Stiftungen beteiligt. Auch die Hessische Hausstiftung wäre in das vorgesehene Finanzierungsmodell miteinbezogen worden. Als Grund, das Kunstwerk zu verkaufen, gilt die Ausstattung der Hausstiftung mit Mitteln, um die demnächst anfallende Erbersatzsteuer zahlen und ihren zahlreichen kulturellen Aufgaben nachgehen zu können. 43 Prozent des Verkaufserlöses fließt an diese Familienstiftung des Hauses Hessen. Die übrigen 57 Prozent verteilen sich auf Donatus Prinz von Hessen und seine Geschwister.

Fortsetzung „gegenwärtig für nicht aussichtsreich“

Wie zu erfahren war, liegt der Erbengemeinschaft das Angebot eines privaten Interessenten in Höhe von 60 Millionen Euro vor. Offiziell wurde dazu von den Eigentümern des Holbein-Bildes allerdings nichts mitgeteilt. Der Verbleib des Bildes in Hessen werde für die Mitglieder der Erbengemeinschaft auch bei der Prüfung anderer Verkaufsoptionen große Bedeutung haben, heißt es jedoch in einer gestern veröffentlichten Stellungnahme aus der Feder des in Hamburg tätigen Anwalts Ulf Renzenbrink, des Sprechers der Erbengemeinschaft. Eine Fortsetzung der Gespräche über einen möglichen Kauf des Bildes durch ein Konsortium um das Städelsche Kunstinstitut hielten die Erben, die diese Entwicklung außerordentlich bedauerten, "gegenwärtig für nicht aussichtsreich". Die in Aussicht gestellte Summe für den Erwerb des Gemäldes sei "derart substantiell hinter dem Verkehrswert" des Bildes zurückgeblieben, "dass weitere Verhandlungen auf dieser Basis wirtschaftlich nicht zu verantworten waren". Dies wird damit begründet, dass ein großer Teil des Verkaufserlöses der Hessischen Hausstiftung zukommt: "Durch die Zuwendung aus einem am Verkehrswert orientierten Verkaufserlös des Bildes wären die finanziellen Belastungen auf Jahre abgesichert."

Aus einer Mitteilung der Hessischen Hausstiftung, der Donatus Prinz von Hessen vorsteht, lässt sich ein vorsichtiger Optimismus herauslesen, es sei das letzte Wort noch nicht gesprochen: "Die Gespräche zwischen der Erbengemeinschaft nach Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein als rechtmäßiger Eigentümerin des Bildes, dem Land Hessen und dem Städelschen Kunstinstitut wurden heute nach intensiven Bemühungen aller Beteiligten vorerst ergebnislos beendet", heißt es darin. Eine hessische Lösung "wäre sowohl im Sinn der Hessischen Hausstiftung als auch meiner Familie gewesen", wird Prinz von Hessen zitiert.

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Jahrgang 1955, Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

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