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Unterwassermuseum für Darmstadt Abtauchen in Arheilgen bis auf 40 Meter

Ein Darmstädter Investor plant ein Tauchcenter und Unterwassermuseum mit Hotel und Restaurant und gesunkenem U-Boot. Über den Verkauf eines ausgemusterten Exemplars hat er schon mit der Bundesmarine verhandelt: „Das Projekt kann in seiner vorgesehenem Form Einmaligkeit beanspruchen.“

© Stadtplan In dem von Hans Kutschera geplanten Unterwassermuseum soll es interessanten „Fundstücke” geben

Ursprünglich hatte sich Hans Kutschera auf dem Grund seines Unterwassermuseums ein U-Boot vorgestellt. Ein ausgemustertes Exemplar der sechziger Jahre, über dessen Verkauf er schon mit der Bundesmarine verhandelt hat. Leider aber hat sich der Schrottpreis mehr als verdreifacht. Für rund 400 000 Euro, um die es anfänglich ging, ist das ausrangierte Modell nicht mehr zu haben. „Ich müsste jetzt mehr als eine Million Euro zahlen, aber das ist mir zu viel. Deshalb schaue ich mich nach einem anderen Wrack um oder lasse einen Nachbau anfertigen, etwa von der Tauchkugel ,Trieste' des Meeresbiologen Jacques Picard.“

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Der Darmstädter Kutschera ist 67 Jahre alt, besitzt seit 1966 einen Tauchschein und taucht seitdem an den unterschiedlichsten Orten dieser Welt. Nun will er in dem Darmstädter Stadtteil Arheilgen ein Projekt verwirklichen, das er für einmalig hält: die Kombination aus einem Tauchcenter und einem Unterwassermuseum mit angeschlossenem 100-Betten-Hotel inklusive Restaurant. Die erste planungsrechtliche Hürde auf dem Weg zu dieser außergewöhnlichen Unterwasserwelt wurde bereits genommen: Die Stadtverordnetenversammlung stimmte auf ihrer zurückliegenden Sitzung zu, durch einen Bebauungsplan für ein Gelände südlich der Weiterstädter Landstraße die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das millionenschwere Investitionsvorhaben zu schaffen. Sollte der Bebauungsplan Anfang nächsten Jahres Rechtskraft erlangen, will Kutschera seinen Bauantrag einreichen. Werde dieser zügig bearbeitet, könne im Juli 2009 mit den Arbeiten begonnen werden. Ein Jahr später soll der erste Bauabschnitt - Tauchcenter und Unterwassermuseum plus Eingangszone - in Betrieb gehen.

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40 Meter tiefes Tauchbecken

Was hat man sich unter einem Unterwassermuseum vorzustellen? In der vom Projektsteuerer Stadtbauplan GmbH vorgelegten Beschreibung ist von einem Tauchbecken die Rede, das eine Tiefe von 40 Metern und eine Wasseroberfläche von 5000 Quadratmetern haben wird mit einem Gesamtfassungsvermögen von etwa 100.000 Kubikmetern. „Das entspricht etwa der Wassermenge des Großen Woog“, sagt Kutschera. Das Bassin reicht nach Stand der bisherigen Planung etwa 27 Meter tief in die Erde, oberirdisch kommt es auf eine Höhe von 13 Metern und hat aus statischen Gründen eine achteckige Form.

Beabsichtigt ist, in der zweiten Bauphase um diesen gigantischen Pool Hotel und Restaurant zu errichten. „Die Zimmer werden im ersten und zweiten Stock liegen, jedes zweite mit einem direkten Blick in die Unterwasserwelt“, sagt Kutschera. Zur Hotel-Konzeption gehören 1000 Quadratmeter für Wellness-Einrichtungen und 800 Quadratmeter für Konferenzräume, denn Zielpublikum für das Haus sind nicht nur Taucher und Museumsbesucher, sondern auch Geschäftsreisende.

Wer als Gast des Hotels, des Museums oder Restaurants durch die zehn Zentimeter dicken Schreiben des Tauchbeckens schaut, soll nach den Vorstellungen Kutscheras dort nicht nur Picards Tauchglocke sehen, sondern in dem Gebäudekomplex auch wie in einer Art Zeitraffer die Geschichte der Meereserkundung nachvollziehen können. „Ich möchte die Figur eines Perlentauchers zeigen, eine japanischen Schwammtaucherin, die ersten von Seeleuten gebauten Wasserfässer zum Tauchen, Taucherglocken, Taucheranzüge und Tauchkugeln - alles als Objekte im Unterwassermuseum.“

„Projekt kann Einmaligkeit beanspruchen“

Über die Gesamtkosten seines Vorhabens spricht Kutschera nur zurückhaltend. „Das, was wir planen, gibt es auf der ganzen Welt noch nicht. Die Kosten sind deshalb nur schwer zu kalkulieren, weshalb ich dazu auch keine Auskunft gebe.“ Sein Finanzierungsplan sehe jedoch vor, dass er den ersten Bauabschnitt alleine finanziere: „Dafür langt mein Geld.“ Wenn das Tauchcenter erfolgreiche laufe, baue er anschließend auch Hotel und Restaurant. Als andere Möglichkeit sei die Zusammenarbeit mit einer Hotelkette möglich. Entsprechende Interessensbekundungen lägen ihm schon vor, versichert Kutschera, der mit seiner Familie eine Gebäudeverwaltung betreibt.

„Das Projekt kann in seiner vorgesehenem Form Einmaligkeit beanspruchen“, heißt es in der Beschreibung von Stadtbauplan. Das Büro hält eine entsprechende Resonanz „bis weit über die Grenzen Deutschlands“ deshalb für sicher. Es sei im Schnitt von etwa 1000 Fahrten je Tag von Besuchern zu rechnen, für die 100 Parkplätze in unmittelbarer Nähe des Tauchcenters benötigt würden. Die Zahl der neu zu schaffenden Arbeitsplätze gibt Stadtbauplan mit 100 an. Kutschera betont ausdrücklich, dass er mit seinem Projekt nicht in Konkurrenz zu bestehenden Tauchschulen treten möchte. „Wir werden selbst keine Tauchschule anbieten, zu uns sollen die Schüler der umliegenden Tauchschulen kommen.“ Sein Riesenbassin könne jeder nutzen, der über eine Tauchlizenz verfüge. Außerdem seien Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Polizei zu Übungen und Rettungssimulationen willkommen.

Dass Kutschera seine Unterwasserwelt in Darmstadt realisieren will, begründet er mit seiner Verwurzelung. Zwar habe er günstige Grundstücksangebote in anderen Bundesländern erhalten. „Aber ich lebe seit 1953 in Darmstadt und baue hier seit 40 Jahren Häuser. Ich will mich nicht mehr verpflanzen.“

Quelle: F.A.Z.

 
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