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Umfrage der Landesregierung Der Hesse ist gemeinhin zufrieden

 ·  Die Hessen sind ein rundum zufriedenes Völkchen. Das zumindest besagt eine Umfrage der Landesregierung. Die große Mehrheit lebt gern im Land und blickt sogar positiv in die Zukunft.

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Die Hessen sind ein rundum zufriedenes Völkchen. Diese frohe Botschaft verkündeten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Stellvertreter, Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), am Donnerstag, fünf Tage vor Weihnachten, in Wiesbaden. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der schwarz-gelben Landesregierung ergab, dass rund 96 Prozent der Hessen gern im Land leben, 83 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft. Sieben von zehn Befragten bewerten ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut, weitere 13 Prozent bezeichnen sie sogar als sehr gut. Die hohe Lebensqualität wird laut Umfrage vor allem mit der schönen Landschaft, mit den Werten Familie und Heimat, mit der guten Verkehrsanbindung und der wirtschaftlichen Stärke Hessens begründet.

„Das sind ermutigende und schöne Zahlen“, befand Ministerpräsident Bouffier bei der Präsentation des „Zukunftsmonitors Hessen“, der künftig einmal jährlich erstellt werden soll. „Die Menschen nehmen ihr Land als starkes Bundesland wahr und sehen vor allem hier sichere Perspektiven für Arbeitsplätze.“ Zudem legten sie auch in einer globalisierten Welt noch großen Wert auf Orientierung, wofür die Begriffe Heimat und Familie stünden. Für schulische Vielfalt plädieren 86 Prozent der Befragten, für den Ausbau von Ganztagsschulen gut zwei Drittel. Eine Reduzierung der Unterrichtszeit fordern hingegen nur 15 Prozent.

84 Prozent wollen, dass die Regierung mehr Geld für Technologien aufwendet

Überrascht zeigte sich Minister Hahn von der Erkenntnis, dass nur noch 73 Prozent die Vermittlung von Leistungsorientierung als bedeutendes Ziel der Schulbildung ansähen. Wichtiger sind den Hessen eine gute Allgemeinbildung, Eigenverantwortung und Selbständigkeit, das Lernen zu lernen und gutes Sozialverhalten (jeweils 96 Prozent). 28 Prozent der Hessen wünschen sich für ihre Sprösslinge schon im Kindergarten Fremdsprachenunterricht, 41 Prozent von der ersten Klasse an.

Ein weiteres Ergebnis: 84 Prozent wollen, dass mehr Geld für Forschung und Technologie ausgeben wird, mehr als 80 Prozent erwarten die stärkere Förderung erneuerbarer Energien. Neun von zehn Hessen halten den Abbau der Staatsverschuldung für eine zentrale Aufgabe. Hahn, der auch Integrationsminister ist, wies darauf hin, dass als Voraussetzungen für eine erfolgreiche Eingliederung von Ausländern die Verankerung in der Gesellschaft, das Beherrschen der deutschen Sprache und das Akzeptieren der freiheitlich-demokratischen Grundordnung genannt würden. Die grafisch aufbereiteten Ergebnisse der Studie sind im Internet unter www.hessen.de verfügbar.

Ergebnisse der Umfrage würden in Politik einbezogen werden

Der Ministerpräsident sprach von „einer großartigen Botschaft“. Die Umfrageergebnisse würden in die Politik der schwarz-gelben Landesregierung einbezogen. „Unser Ansatz ist: mit Hilfe der Demoskopie die Zukunftsgestaltung unseres Landes von unten organisieren.“ Entscheidungen dürften aber nicht ausschließlich aufgrund von Meinungsumfragen gefällt werden. „Der Erkenntnisgewinn ist beachtlich, auch wenn man natürlich nicht alles erfüllen kann.“ Nach Angaben der Landesregierung hat die Bürgerbefragung zwischen 70.000 und 80.000 Euro gekostet.

Der SPD-Abgeordnete Günter Rudolph bezeichnete die Umfrage als „teure Eigenlobkampagne“. Es sei erstaunlich, auf welche Weise die Landesregierung durch die Eingrenzung der Themenkomplexe versucht habe, die Ergebnisse zu beeinflussen und sich selbst zu beweihräuchern. Wichtige Themen wie die Schulzeitverkürzung seien ausgeklammert worden, monierte Rudolph.

Im „Zukunftsmonitor“ hatte das Meinungsforschungsinstitut Dimap im November rund 2000 Hessen am Telefon nach ihren Wünschen und Sorgen für die Zukunft gefragt. Fragen und Antwortmöglichkeiten waren von der schwarz-gelben Landesregierung vorgegeben.

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