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Terror Verdächtiger fiel bisher nicht auf

07.09.2007 ·  Der Terrorverdächtige Adem Y. aus Langen lebte bislang bei seiner Familie, war arbeitslos und erhielt Sozialleistungen nach Hartz IV. In Langen ist Y. in der Vergangenheit nicht aufgefallen - auch Landsleuten nicht.

Von Eberhard Schwarz
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Adem Y., der am Dienstag als mutmaßlicher islamistischer Terrorist festgenommen wurde, lebte in einem Wohnblock an der Südlichen Ringstraße in Langen. Der 28 Jahre alte ledige Türke, der bei seiner Familie wohnte, war arbeitslos und erhielt Sozialleistungen nach Hartz IV. Weil er im Juli und August nicht zu erreichen war, geriet er in den Verdacht, einer Schwarzarbeit nachzugehen, und wurde beim Kreis auf die Sperrliste gesetzt. Damit hätte er „von Oktober an kein Geld mehr bekommen“, sagte Ralf Krambs, Pressesprecher des Kreises.

Inzwischen habe man das Konto von Y. gesperrt. Angaben dazu, wie lange Y. Sozialleistungen erhalten hatte, machte Krambs aus „ermittlungstechnischen Gründen“ nicht. Dass Y. als Mitglied einer deutschen Zelle des internationalen Terror-Netzwerks Islamische Dschihad-Union schon vom Verfassungsschutz beobachtet worden sei, wollte das Landesamt für Verfassungsschutz gestern nicht bestätigen. Die Wohnung von Y. wurde am Dienstagabend von der Polizei durchsucht.

Ausländerbeirat distanziert sich

In Langen ist Y. in der Vergangenheit nicht aufgefallen – auch Landsleuten nicht. Ömer Ok, Vorsitzender des Langener Ausländerbeirats, kennt ihn nicht und kann mit dem Namen kein Gesicht verbinden, wie er sagt. Wahrscheinlich habe er ihn irgendwann einmal gesehen, „aber Beziehungen zu solchen Personen haben wir nicht gehabt“. Als Ok, der Muslim ist, hörte, dass einer der Festgenommenen in Langen gelebt hatte, war er „schockiert und sprachlos“. Was die drei Terrorverdächtigen getrieben hätten, „das hat mit dem Islam nichts zu tun“. Er selbst, aber auch der Ausländerbeirat als Gremium habe mit solchen Personen und Gruppen nichts zu schaffen: „Wir distanzieren uns.“

Der 39 Jahre alte Ok, der seit sechs Jahren Vorsitzender des Ausländerbeirats ist, hob hervor, man freue sich, dass die drei Verdächtigen rechtzeitig festgenommen worden seien, „bevor es noch schlimmer geworden ist“. Er sei „sehr traurig, dass so etwas aus Langen kommt“. Ok, der die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, hob hervor, Langen sei eine friedliche Stadt; das Zusammenleben zwischen Deutschen und Ausländern funktioniere „wunderbar“. Rund 4200 Ausländer leben in der Stadt; stärkste Gruppe sind die Türken mit etwa 1000 Personen. In der Nähe des Bahnhofs gibt es eine Moschee. Er selbst habe einst die Beziehungen zwischen dem Moscheeverein und der evangelischen Petrusgemeinde in die Wege geleitet, sagte Ok.

Schon seit Jahren fordere er Islamunterricht an den Schulen in deutscher Sprache und weitgehend auch von deutschen Lehrern gehalten; dann wisse der Staat auch, was die Kinder gelehrt werde. Das Bedürfnis nach Islamunterricht sei bei den Jugendlichen vorhanden. Gemeinsam müsse man Eingriffe aus dem Ausland verhindern und sich dafür einsetzen, dass eine zivilisierte Gesellschaft heranwachse: „Radikale Personen darf man nicht tolerieren“.

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