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Taunus Teurer Schutz vor der nächsten Flut

10.02.2010 ·  Im Taunus sollen 40 Millionen Euro für den Schutz vor Hochwasser investiert werden. Trotz der hohen Kosten besteht große Einigkeit über das Projekt.

Von Heike Lattka
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Die Sulzbacher Cretzschmarschule stand knietief unter Wasser; im Nachbarort Bad Soden pumpte die Feuerwehr die Keller und Geschäftsräume aus. Wenn, wie im Oktober 2007, ein Jahrhundertwasser kommt, dann ist die Verärgerung der Bürger groß, und die Schadensmeldungen schnellen in die Höhe. Mit rund 50 Euro je Quadratmeter beziffern die Fachleute die Kosten nach solchen Überschwemmungen. Der Abwasserverband Main-Taunus, in dessen Gebiet 250 000 Menschen leben, hat sich nun zum Ziel gesetzt, für das nächste Jahrhundert-Hochwasser besser gerüstet zu sein. Wie der Verbandsdirektor, Bürgermeister Christian Seitz (CDU) aus Kriftel und der Technische Geschäftsführer Wolfgang Borreck gestern erläuterten, wurden an Ingenieurbüros Aufträge zur genehmigungsreifen Planung der ersten fünf Hochwasserrückhaltebecken erteilt. Die 13 Mitgliedskommunen des Verbandes aus dem Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis und Rheingau-Taunus-Kreis, die entweder Anrainer von Schwarzbach, Sulzbach oder Liederbach sind, stimmten den insgesamt auf 40 Millionen Euro geschätzten Projekten zu.

17 Millionen Euro will der Verband laut Seitz alleine für den Bau der Rückhaltebecken aufbringen. Die restliche Summe in Höhe von 23 Millionen Euro müssten für Arbeiten an Brücken und Kanälen von den Kommunen aufgebracht werden. Hochwasserschutz sei ein komplexes Thema, dämpfte Seitz die Erwartungen. Die Bürger müssten sich auf einen langwierigen, schwierigen Prozess einstellen. Manchmal verhinderten ökologische Gründe Hochwasserschutz, manchmal stehe aber auch nur, wie in der Gemeinde Sulzbach, ein Schützenhaus im Weg oder die Grundstücke müssten gekauft werden.

Planungszeitraum 20 bis 25 Jahre

Borreck sagte, dass der Planungszeitraum derzeit bei 20 bis 25 Jahren liege. Die notwendigen wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren samt Umweltverträglichkeitsprüfungen bräuchten ihre Zeit. Zudem müsse die Abstimmung mit den neuen europäischen Wasserrichtlinien erfolgen.

Am schnellsten lasse sich im Gebiet des Sulzbachs eines von zwei geplanten Hochwasserrückhaltebecken bauen: die Erweiterung des bestehenden Beckens Niederdorfsbach an der Königsteiner Straße zwischen Bad Soden und Neuenhain. Das dortige Volumen soll von derzeit rund 9000 Kubikmeter auf ein Fassungsvermögen von 16.000 Kubikmeter erweitert werden. Die Baukosten hierfür bezifferte Borreck auf 500.000 Euro. Auf 1,2 Millionen Euro veranschlagte der Geschäftsführer das Vorhaben an Schützenplatz in Sulzbach-Nord.

Große Einigkeit trotz hoher Kosten

In Einzugsgebiet des Schwarzbachs schieden bei der Überprüfung der Standorte vier mögliche Rückhaltebecken aus wirtschaftlichen und zwei aus ökologischen Gründen aus, berichtete Borreck. Gebaut werden soll nach den Vorstellungen des Verbandes nun im Daisbachtal zwischen Bremthal und Eppstein und im Dattenbachtal unmittelbar oberhalb des Eppsteiner Stadtteils Ehlhalten. Die 100.000 Kubikmeter und 210.000 Kubikmeter umfassenden Becken, die mit bis zu acht Meter hohen Dämmen eingefasst werden, veranschlagte Borreck auf 6,5 Millionen Euro Kosten.

Entlang des Liederbachs sei nur ein Hochwasserrückhaltebecken mit 125.000 Kubikmeter Fassungsvermögen zwischen Kelkheim-Münster und Liederbach mit Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro geplant.

Die große Einigkeit, die im Verband trotz der hohen Kosten bestehe, lobte Verbandsdirektor Seitz. Denn immerhin sei der Grad der Betroffenheit je nach Lage der Städte und Gemeinden doch sehr unterschiedlich. 800.000 Euro habe der Verband schon für die Finanzierung der Projekte zurücklegen können, obwohl die Umlagen seit 16 Jahren nicht erhöht worden seien. Seitz rechnet ebenso mit Zuschüssen des Land Hessen, das bis zu 65 Prozent der Kosten für die Rückhaltebecken erstatte.

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