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Streik der Lokomotivführer S-Bahnen besonders betroffen

15.11.2007 ·  Der Ausstand der Lokführer sorgt im Rhein-Main-Gebiet für zahlreiche Ausfälle. Rund 30 der Regionalbahnen und 65 Prozent der S-Bahnen stehen still. Einige Linien fallen komplett aus.

Von Issio Ehrich
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Kunden der Bahn müssen am Donnerstag damit rechnen, dass im Rhein-Main-Gebiet rund 30 Prozent der Regionalbahnen und bis zu 65 Prozent der S-Bahnen ausfallen. Das teilte ein Sprecher der Bahn mit. Auf mehreren Linien entfalle der S-Bahn-Verkehr gänzlich. Das treffe etwa auf die S2 zwischen Niedernhausen und Offenbach-Ost zu, auf die S4 zwischen Langen und Rödelheim sowie auf die S7 und die S9. Die wesentlichen ICE-Verbindungen, so hieß es weiter, würden gefahren. In Richtung Dresden sei allerdings mit einer größeren Zahl von Ausfällen zu rechnen.

Der Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnverkehr in Frankfurt ist von den Streiks nicht tangiert, wie Peter Ruhr von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt sagte. „Wir werden den U-Bahn-Verkehr verstärken, um die Ausfälle der Bahn im Nahverkehr so gut es geht aufzufangen.“ Auch die Frankfurter Taxi-Unternehmen haben sich darauf eingerichtet, die Ausfälle auszugleichen. Das sagte Albert Schmidt von der Genossenschaft Taxi Frankfurt, die größte Taxizentrale der Mainmetropole.

Mehr als 350 Lokomotivführer streiken

Mit dem Beginn der Arbeitsniederlegung im Personenverkehr beginnt die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) heute den bisher größten Streik in der Bahngeschichte. Die Arbeitsniederlegungen sollen noch bis Samstagmorgen um zwei Uhr fortgesetzt werden. Das tatsächliche Ausmaß des Streiks der Lokomotivführer im Personenverkehr war noch nicht absehbar. „Die Streikbereitschaft der Kollegen ist weiterhin groß“, sagte ein Sprecher der GDL.

An den Streiks im Güterverkehr beteiligten sich mehr als 350 Lokomotivführer. Die Ausfälle wirkten sich auch bei vielen mittelständischen Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet aus, wie die Industrie- und Handelskammer mitteilte. Auch bei Chemie- und Pharmaunternehmen ist das der Fall gewesen, wie aus der Branche zu erfahren war. Die Produktion könne aber trotzdem fortgesetzt werden.

Die Gewerkschaft teilte mit, dass es nach wie vor kein „verhandlungsfähiges Angebot“ der Bahn gebe. Die Bahn hatte zuletzt eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent angeboten. Sie stellte eine Erhöhung um insgesamt zehn Prozent in Aussicht, wenn sich die Lokomotivführer auf eine Wochenarbeitszeitverlängerung um zwei Stunden – auf dann 43 Stunden – einlassen würden. Die GDL fordert weiterhin den eigenständigen Tarifvertrag. Was die Lohnerhöhung und die Wochenarbeitszeit betrifft, ist die GDL nach eigenem Bekunden kompromissbereit.

Ersatzfahrpläne und aktuelle Streikinformationen stehen im Internet unter www.bahn.de/aktuell. Unter der Rufnummer 0 80 00 99 66 33 ist eine telefonische Auskunft rund um die Uhr erreichbar. Nutzer eines WAP-fähigen Mobiltelefons können aktuelle Reiseinformationen auf der Seite www.bahn.de/ris abrufen. Fahrgäste, die ihre Reise am Streiktag wegen streikbedingter Zugausfälle oder wegen Verspätungen nicht antreten können, haben bis Ende November die Möglichkeit, sich den Fahrpreis von der Bahn erstatten zu lassen.

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