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Statistik Universitäten sorgen für Arbeit

 ·  Neben dem Flughafen ist auch der akademische Betrieb ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das belegen amtliche Zahlen aus Wiesbaden.

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Das Bruttoinlandsprodukt ist zwischen 1992 und 2008 in Wiesbaden ungefähr so stark gewachsen wie in ganz Deutschland. Die Steigerungsrate liegt aber über dem hessischen Vergleichswert und übertrifft auch die Daten der anderen Großstädte des Rhein-Main-Gebiets. Dies ist eines der Resultate, zu denen eine Studie des Wiesbadener Amtes für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik gelangt. Im Unterschied zu zahlreichen, zum Teil nicht überprüfbaren „Rankings“ unterschiedlicher Institutionen beruht sie auf amtlich ermittelten Zahlen.

Dazu zählen beispielsweise die mit dem Statistischen Bundesamt abgeglichenen Daten des Arbeitskreises für die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder. Danach stieg die im Bruttoinlandsprodukt zum Ausdruck kommende wirtschaftliche Leistung in Deutschland um 51,6 Prozent und in Hessen um 47,3 Prozent.

Universitäten tragen zu den guten Zahlen bei

Wiesbaden verzeichnete in den untersuchten 17 Jahren einen Anstieg um 51,3 Prozent. Frankfurt folgt knapp dahinter mit 49 Prozent. Darmstadt erreichte 30,8 Prozent, während Mainz mit 21,9 Prozent und Offenbach mit 20 Prozent deutlich schlechter abschneiden.

Setzt man das Bruttoinlandsprodukt ins Verhältnis zur Zahl der Einwohner, lag Frankfurt im Jahr 2008 mit 80 770 Euro pro Kopf klar vorn. Das liegt daran, dass die Statistiker andernorts wohnende Pendler auch als Einwohner betrachten. Der Amtsleiter Christian Hepp unterstreicht, dass alle Städte des Rhein-Main-Gebiets den Wert für Hessen überträfen und deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt lägen. Als ein Grund dafür gilt der Flughafen.

Als anderer bedeutsamer Faktor erweisen sich mehr und mehr die Universitäten. Darauf deuten jedenfalls die Erkenntnisse hin, die Hepp und seine Mitarbeiter gewannen, weil sie in ihrer Untersuchung stets auch einen Blick auf vergleichbare deutsche Städte außerhalb des Rhein-Main-Gebietes warfen.

Mit der European Business School bekommt auch Wiesbaden eine Universität

Sie stellten fest, dass vor allem größere Universitätsstädte wie Aachen, Freiburg und Münster in den Jahren zwischen 1992 und 2008 einen überaus hohen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts verzeichnen konnten. Mit der Ansiedlung der European Business School bekommt, wie berichtet, auch Wiesbaden eine Universität. Sie ist allerdings mit ein paar tausend Studenten vorerst überschaubar.

Die Bedeutung größerer akademischer Betriebe scheinen auch die Mainzer Daten zu belegen. Zwischen 1991 und 2008 verzeichnete die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt nämlich mit 10,5 Prozent die stärkste relative Zunahme der Erwerbstätigen. Frankfurt folgt mit gut sieben Prozent. Wiesbaden liegt mit gut fünf Prozent auf dem dritten Rang. In Offenbach ging die Zahl der Erwerbstätigen um ein halbes Prozent zurück. In Darmstadt wurde gar ein Minus von 2,5 Prozent ermittelt. Der hessische Durchschnitt lag mit 6,5 Prozent deutlich über dem bundesdeutschen Wert.

In Bonn leben 90 Prozent vom Einkommen aus einer Dienstleistungstätigkeit

Der enorme Anstieg der Erwerbstätigen in Mainz ist auf zwei gegenläufige, extreme Entwicklungen zurückzuführen. Im produzierenden Gewerbe ging der Anteil der Erwerbstätigen um die Hälfte zurück. Im Dienstleistungssektor aber stieg er um 31 Prozent. Auch diese Entwicklung dürfte zum Teil durch die Universität begründet sein. Sie zählt mit 35 000 Studenten zu den größten in Deutschland.

In Wiesbaden verlief die Entwicklung moderater. Das produzierende Gewerbe schrumpfte schwächer, die Dienstleistungen wuchsen weniger kräftig. Im Jahr 2008 boten sie 85 Prozent der Erwerbstätigen ein Auskommen. Die Vergleichswerte in Mainz und Frankfurt sind zwar mit 88 und 89 Prozent deutschlandweit rekordverdächtig. Aber sie werden von Bonn noch übertroffen. Wo Bundesministerien, Einrichtungen der Vereinten Nationen und eine große Universität ihren Sitz haben, leben mehr als 90 Prozent der Bürger vom Einkommen aus einer Dienstleistungstätigkeit.

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