28.09.2006 · In Hessen brauchen immer mehr Menschen die Hilfe ehrenamtlicher Organisationen, um sich zu ernähren. Rund 13.000 Menschen nutzen derzeit das Angebot der 44 Tafel-Organisationen in Städten wie Frankfurt oder Gießen.
Immer mehr Menschen in Hessen brauchen die Hilfe ehrenamtlicher Organisationen, um satt zu werden. Die Zahl der hessischen Projekte, in denen Helfer kostenlos Lebensmittel an Arme verteilen, hat sich seit dem Mai 2005 mehr als verdoppelt, wie aus den Antworten der Landesregierung auf SPD-Anfragen hervor geht.
Dies sei ein gesellschaftlicher Skandal, kritisierte der SPD-Abgeordnete Thorsten Schäfer-Gümbel am Donnerstag in Wiesbaden. Das Land habe keine Strategie gegen die Armut. Mit dem Sparprogramm seit 2004 seien sogar wichtige Beratungsstellen und Projekte kaputt gemacht worden.
13.000 Hessen nutzen 44 Tafel-Organisationen
Derzeit seien in Hessen deutlich mehr als 13.000 Menschen auf die Hilfe der aktuell 44 Tafel-Organisationen angewiesen, die überschüssige, aber gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel verteilen. Vor 16 Monaten waren es noch 21 Tafeln. Besonders prekär sei die Lage in den Großstädten, wo mindestens 6000 Menschen die Hilfe in Anspruch nähmen.
Die Landesregierung sehe offenbar keinen Anlaß, die ehrenamtlichen Helfer bei ihrer Arbeit zu unterstützen, kritisierte Schäfer-Gümbel. Innerhalb von fünf Jahre habe das Land gerade einmal zwei Kühlfahrzeuge zur Verfügung gestellt.