20.07.2006 · Hessischen Kindern und Jugendlichen bleibt ein Handy-Verbot an Schulen wie in Bayern erspart. Kultusministerin Karin Wolff (CDU) erwartet lediglich, daß die Handys im Unterricht abgeschaltet sind.
Hessischen Kindern und Jugendlichen bleibt ein Handy-Verbot an Schulen wie in Bayern erspart. Kultusministerin Karin Wolff (CDU) erwartet lediglich, daß die Handys im Unterricht abgeschaltet sind, wie ein Ministeriumssprecher am Donnerstag in Wiesbaden erklärte. Gegen ein generelles Verbot spreche, daß Handys wichtige „Notrufsäulen“ für Kinder und Eltern sein könnten.
Die CSU im bayerischen Landtag hatte am Mittwoch eine Änderung des Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes durchgesetzt, die unter anderem ein Hand-Verbot an Schulen vom kommenden Herbst an festschreibt. Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) hatte das Verbot mit dem Argument begründet, die Möglichkeiten, Gewalt- und Pornodarstellungen per Mobiltelefon zu übermitteln, stiegen von Monat zu Monat. Außerdem gebe es keinen Grund, warum Kinder im Unterricht oder der Pause telefonieren sollten.
Handys bei Gefahr hilfreich
Aus Sicht der hessische Kultusministerin sind Handys in Schülerhand dagegen beispielsweise bei familiären Notfällen sinnvoll, damit Eltern und Kinder sich kurzfristig absprechen können. Handys seien auch hilfreich, wenn Kinder auf dem Schulweg in Gefahr gerieten. In Hessen gab es bisher nur vereinzelt Probleme mit Handys in Schülerhand, etwa mit dem sogenannten „happy slapping“ (fröhliches Zuschlagen). Dabei schlagen Schüler ohne erkennbaren Grund andere Schüler, nehmen das per Foto-Handy auf und stellen die Aufnahmen unter Umständen auch ins Internet.
Im Unterricht will Wolff Handys aber ausgeschaltet wissen - allein schon, um ihren Einsatz als elektronischen Spickzettel zu verhindern. Der sinnvolle Umgang mit Handys soll nach dem Willen der Ministerium mit Vereinbarungen zwischen Schulen und Eltern geregelt werden.