04.11.2009 · Rüsselsheimer Oberbürgermeister Stefan Gieltowski (SPD) verlangt nach der überraschenden Absage des Opel-Verkaufs vom Mutterkonzern General Motors Ideen für die Zukunft . Wirtschafts-Staatssekretär Saebisch (FDP) nennt die GM-Entscheidung eine „böse Überraschung“.
Der Rüsselsheimer Oberbürgermeister Stefan Gieltowski (SPD) hat nach der überraschenden Absage des Opel-Verkaufs vom Mutterkonzern General Motors (GM) Ideen für die Zukunft verlangt. „Ich erwarte, dass General Motors ein Konzept vorlegt, dass Aussagen trifft zu Standorten und Arbeitsplätzen“, sagte Gieltowski. „Bisher hat GM nicht erkennen lassen, wie so ein Plan aussehen könnte.“ Der 55 Jahre alte Politiker kritisierte die Entscheidung des GM-Verwaltungsrates, Opel zu behalten und aus eigener Kraft zu sanieren (Opel: General Motors behält seine Tochter). „Dies ist ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die sich in den vergangenen Monaten bemüht haben, eine Lösung zu finden.“
Als „böse Überraschung“ hat derweil der hessische Wirtschafts-Staatssekretär Steffen Saebisch (FDP) die Entscheidung von GM bezeichnet, Opel doch nicht zu verkaufen. Außerdem führe die Entscheidung „verständlicherweise zu großem Unmut, nicht nur bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Hessen, sondern auch in der hessischen Landesregierung“, heißt es in einer Stellungnahme Saebischs in Wiesbaden. Erst am Vortag habe die Opel-Belegschaft ihre Bereitschaft gezeigt, mit einem Lohnverzicht von 265 Millionen Euro jährlich zur Sanierung beizutragen. „Heute fällt ihnen die Entscheidung von GM wie Blei vor die Füße“.
Saebisch: Dieses Hü und Hott bei GM ist nicht stringent
Der FDP-Politiker erinnerte daran, dass seit einem Jahr um eine Lösung für eine gute Zukunft von Opel gerungen werde. Alle notwendigen Entscheidungen seien getroffen worden. „Die heute Nacht getroffene Entscheidung ist unverständlich. Dieses Hü und Hott bei GM ist nicht stringent und eine böse Überraschung. Ein verlässlicher Partner sieht anders aus“, erklärte Saebisch.
Er geht zudem davon aus, dass die Brückenfinanzierung von 1,5 Milliarden Euro für Opel zum vereinbarten Termin Ende November zurückgezahlt wird. „Klar ist, dass wir als Treuhänder der Steuerzahler unser Geld zurück fordern müssen“. Grundsätzlich müsse gelten: „Opel lebt immer noch - und das soll unserer Meinung nach auch so bleiben“.
Was heißt hier "böse Überraschung"!
Holger Siebel (hmsiebel)
- 04.11.2009, 16:55 Uhr