24.04.2010 · Der Rhein-Main-Verkehrsverbund erprobt mobiles Internet in den Bahnen. Fahrplaninformationen gibt es damit auf das Handy.
Von Hans Riebsamen, FrankfurtDer gedruckte Fahrplan des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) ist ein dickes Buch für Nostalgiker. Wer heute wissen will, wie er von A nach B gelangt, nutzt die RMV-Fahrplanauskunft im Internet (www.rmv.de). Jetzt können Kunden, die in der U-Bahn sitzen, sich sogar den Fahrplan einschließlich Anschlüsse und Verspätungen auf ihr Handy spielen lassen.
In einem auf sechs Monate angelegten Modellversuch testet der RMV in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) die neue Technologie in den U-Bahnen und im Ebbelwei-Express. Erweist sie sich als brauchbar und nützlich, soll sie im ganzen RMV-Gebiet eingesetzt werden.
Die Technik funktioniert nicht nur über, sondern auch unter der Erde
Der Schlüssel zur Fahrplan-Information klebt auf den Fenstern der Frankfurter U-Bahn-Wagen. Ein Barcode, wie man ihn im Supermarkt etwa auf den Suppentüten findet, öffnet den Fahrgästen die Tür zu Informationen über die Fahrpläne, aber auch Veranstaltungen in der Stadt und Service-Leistungen der Frankfurter Verkehrsgesellschaft. Hält man ein Fotohandy auf diesen „2D-Barcode“, in Fachkreisen auch QR-Barcode genannt, taucht die Linie, auf der man gerade unterwegs ist, mit ihren Haltestellen auf. Man gibt seinen Standort ein, zum Beispiel „Zoo“ oder „Hauptbahnhof“, und erfährt etwas über Anschlüsse. Oder über Sonderfahrten zu einer Großveranstaltung. Sogar eine Umgebungskarte kann man abrufen.
Am Freitag demonstrierte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat die neue Technik in einem U-Bahn-Wagen auf der Strecke von Heddernheim zum Südbahnhof. Und tatsächlich haben die Informationsmodule für mobiles Internet in der U-Bahn funktioniert. Nicht nur auf dem oberirdischen Teil der Strecke, sondern auch im unterirdischen. Ein RMV-Mitarbeiter war sogar in der Lage, sich innerhalb einer Minute die schnellste Verbindung von der U-Bahnstation Dornbusch zum Hauptbahnhof nach Köln elektronisch geben zu lassen.
„Ran an die Infos“
Vier Programme lassen sich über den auf den Fenstern klebenden Barcode aufrufen: Es gibt das Mobil-Portal mit Fahrplänen, Anschlüssen und Verspätungen, das Portal Service und Sicherheit, über das man Hilfe herbeitelefonieren, aber auch zum Beispiel defekte Automaten melden kann. Hinzu kommen das VGF-Portal mit ausgewählten Veranstaltungen wie die Fußballspiele der Eintracht oder das Dragonboat-Festival sowie die von der Stadt Frankfurt unter www.frankfurt.mobi erstellte „City-Info“ mit Informationen über Sehenswürdigkeiten, Stadtführungen, Museen, Bühnen oder Hotels. Kunden mit einem Handy, das über NFC-Technik verfügt, können über jene „Info-Tags“ in besagte Programme kommen, die an allen Stationen, Automaten und Wagen kleben und über die man auch elektronische Tickets ordern kann.
„Ran an die Infos“, sagte RMV-Geschäftsführer Ringat, der in den nächsten Jahren die Qualität im öffentlichen Nahverkehr verbessern will und neben Pünktlichkeit, Sicherheit und Sauberkeit auch mehr Informationen versprochen hat. Die dargestellte mobile Internet-Nutzung vorerst in den U-Bahnen ergänzt die schon vielerorts im RMV praktizierte Informationsgebung über Lautsprecher und dynamische Informationstafeln an Haltestellen und Bahnhöfen sowie in den Wagen. Ringat will in den nächsten Jahren das Informationsnetz ausbauen. So werden jetzt mit Geldern aus dem Konjunkturprogramm 100 S-Bahn-Stationen mit dynamischen Anzeigen ausgerüstet.
nur QR code
Nam Nguyen (fladele)
- 24.04.2010, 17:19 Uhr