30.04.2008 · Herbert Beck ist Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main. Der frühere Direktor des Städel-Museums übernimmt damit einen Job, der nach wie vor umstritten ist. Noch in der vergangenen Woche hatte die SPD die Auflösung des Fonds gefordert.
Herbert Beck, früherer Direktor des Frankfurter Städel-Museums, ist Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main. Ministerpräsident Roland Koch (CDU) stellte Beck am Mittwoch in Bad Homburg als anerkannten Kulturmanager und Wissenschaftler vor. Dem nach langen Kontroversen gegründeten Fonds gehören der Main-Taunus- und der Hochtaunuskreis sowie die Städte Frankfurt und Darmstadt an. Beck und Koch äußerten die Hoffnung, dass sich weitere Städte anschließen. Dem Fonds stehen in diesem Jahr für Kulturprojekte nach Angaben der Landesregierung gut 7,2 Millionen Euro zur Verfügung.
Beck: Kreatives Potenzial darf nicht abwandern
Beck, der das Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt bis 2006 leitete und am Mittwoch 67 Jahre alt wurde, will sowohl die Identifikation der Menschen im Rhein-Main-Ballungsraum stärken als auch Wirkung nach außen erzielen. Das kreative Potenzial dürfe nicht abwandern. In Anspielung auf den Frankfurter Johann Wolfgang von Goethe sagte Beck: „Ein großer Geist muss in der Region gehalten werden, sonst geht er nach Weimar.“ Konkrete Projekte des Fonds, der mit einem Sekretariat ins Bad Homburger Landratsamt einzieht, gibt es noch nicht, ein Projektleiter wird gesucht.
In den Fonds zahlen die beteiligten Kreise und Städte zwei Euro pro Einwohner und Jahr, das Land steuert noch einmal den selben Betrag bei. Der Kreis der Gesellschafter müsse sich möglicherweise bis über den Rhein nach Mainz und auch nach Süden vergrößern, und auch private Zuwendungen seien nötig, sagte Beck. Offenbach wurde aufgefordert, ebenfalls mitzumachen. „Je mehr dazukommen, desto mehr kann gestaltet werden“, sagte Berthold Gall, Landrat des Main-Taunus-Kreises.
Koch hatte lange Zeit mit einem Zwangsverband gedroht, falls keine freiwillige Zusammenarbeit in der Region zustande komme. „Mit der Installierung der Gesellschaft ist der Rahmen geschaffen“, sagte Koch. Zwischen den Landtagsparteien ist die Form der Kulturkooperation im Rhein-Main-Gebiet nach wie vor umstritten. Die SPD forderte in der vergangenen Woche die Auflösung des Fonds. Die FDP äußerte sich am Mittwoch erfreut über die Berufung Becks als Geschäftsführer.