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Rechtsextremismus Weiteres Verfahren gegen NPD-Chef Wöll

26.06.2007 ·  Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den hessischen NPD-Chef Wöll, da dieser vor einer Woche am Rande der Wetterauer Kreistagssitzung handgreiflich geworden sein soll. Der Rechtsextremist muss schon wegen eines anderen Eklats vor Gericht.

Von Jens Joachim
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Die Staatsanwaltschaft in Gießen hat ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den NPD-Landesvorsitzenden, Wetterauer Kreistagsabgeordneten und Butzbacher Stadtverordneten Marcel Wöll eingeleitet. Volker Kramer, der Leiter der Staatsanwaltschaft Gießen, sagte am Dienstag, gegen den Vierundzwanzigjährigen werde wegen des Verdachts der versuchten Körperverletzung ermittelt.

Wöll soll vor einer Woche kurz vor Beginn der Sitzung des Wetterauer Kreistags auf der Besuchertribüne im Plenarsaal des Kreishauses in Friedberg gegenüber zwei Jugendlichen, die Flugblätter verteilt hatten, handgreiflich geworden sein. Wie berichtet, hatte ein Sechzehnjähriger dieser Zeitung berichtet, er habe Wöll zunächst fotografiert und sei dann von ihm bedroht und am T-Shirt gepackt worden. Einem Zwanzigjährigen soll Wöll mit mehreren Blättern Papier ins Gesicht geschlagen haben.

Verhandlung für Anfang August vorgesehen

Wegen der Vorkommnisse hatte Kreistagsvorsitzender Bernfried Wieland (CDU) von der Sitzung ausgeschlossen, weil dieser „in gröbster Weise“ gegen die Geschäftsordnung des Kreistages verstoßen habe.

Weil er Auschwitz bei einer Kreistagssitzung des Wetterauer Kreistags im März als „Stätte des sogenannten nationalsozialistischen Terrors“ bezeichnet haben soll, muss sich Wöll zudem Anfang August vor dem Friedberger Amtsgericht verantworten. Der Prozess war Mitte Juni vertagt worden, weil die Verteidigung verhindert war.

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