31.05.2005 · Der verlustreiche Kamerahersteller Leica will nach der geplanten Sanierung 2006/2007 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. „Leica Camera soll keine Boutique für Nostalgiker werden, sondern Tradition und Innovation sinnvoll verbinden, um so auch wieder zu wachsen.“
Der verlustreiche Kamerahersteller Leica will nach der geplanten Sanierung im Geschäftsjahr 2006/2007 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Das Traditionsunternehmen mit Sitz im mittelhessischen Solms solle in seiner Gesamtheit fortgeführt werden, kündigte Vorstandsvorsitzender Josef Spichtig am Dienstag an. „Die Sanierungsfähigkeit steht auch für mich fest.“
Die Leica Camera AG solle vor allem mit Neuheiten in Sportoptik und Digitalfotografie wachsen. „Die Leica Camera AG soll keine kleine Boutique für Nostalgiker werden, sondern Tradition und Innovation sinnvoll verbinden, um so auch wieder zu wachsen“, hob Spichtig hervor. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmen die Aktionäre über ein Rettungspaket ab, damit dem Unternehmen frisches Geld zufließt.
Existenzkrise auch auf Managementfehler
Geplant ist eine Kapitalherabsetzung und eine anschließende Erhöhung des Grundkapitals durch die Ausgabe neuer Aktien. Bis zu 13,5 Millionen neue Aktien sollen zum Preis von 1,70 Euro ausgegeben werden. Spichtig führt die Existenzkrise des Unternehmens auch auf Managementfehler - wie etwa die verspätete Markteinführung von Produkten - zurück. Dem Vorstand sei bewußt, daß Vermögen von Anteilseignern des Unternehmens zerstört worden sei.
Bei der Leica Camera AG sind im Geschäftsjahr 2004/2005, das am 31. März endete, unter dem Strich Verluste von 15,5 Millionen Euro aufgelaufen. Die Leica-Umsätze brachen im Vergleich zum Vorjahr nach vorläufigen Zahlen um 21 Prozent ein und sanken auf 93,7 Millionen Euro. Auch im laufenden Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit operativen Verluste in Höhe von 13 Millionen Euro.