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Veröffentlicht: 13.05.2011, 09:56 Uhr

Ökomode-Händler Carlyle hat kein Interesse mehr an Hess Natur

Der Finanzinvestor Carlyle Group hat von einem Gebot für den deutschen Ökomode-Marktführer Hess Natur Abstand genommen. Der mögliche Einstieg hatte 2010 zu scharfem Protest von Kunden geführt.

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© Frank Röth Begehrt: Für Hess Natur in Butzbach interessieren sich mehrere Investoren

Der amerikanische Finanzinvestor Carlyle Group wird sich nach Informationen dieser Zeitung nicht an einem neuen Verkaufsprozess für den deutschen Ökomode-Marktführer Hess Natur beteiligen. Wie zu hören ist, hat Carlyle von einem Gebot Abstand genommen. Im Dezember hatte das Gerücht, Carlyle wolle die Hess-Natur-Textilien GmbH kaufen, zu scharfem Protest von Kunden des Textilhändlers geführt. Denn Carlyle gehören unter anderem Unternehmen aus der Luftfahrt- und Rüstungsindustrie – Hess Natur dagegen gilt als Vorreiter für ökologische Standards in der Mode und für faire Arbeitsbedingungen in Nähereien in Übersee. Deshalb protestierten damals auch Mitarbeiter von Hess Natur gegen einen Verkauf des Unternehmens an die Carlyle Group. Zudem ist eine Genossenschaft zur Übernahme des Textilhändlers gegründet worden. Auch hat der Hess-Konkurrent Waschbär sein Interesse signalisiert.

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Hess Natur gehört noch zur Primondo Specialty Group, der Spezialversender-Gruppe der insolventen Karstadt-Mutter Arcandor. Die Carlyle Group wiederum hat im November vergangenen Jahres sechs Spezialversender von Primondo erworben, darunter Baby-Walz, Mirabeau und Vertbaudet. Seinerzeit hieß es, der Finanzinvestor hätte gerne auch Hess Natur übernommen. Außer dem Ökomodeversender befindet sich nur noch das Unternehmen Tristyle mit dem Versandhaus Peter Hahn und dem Atelier Goldener Schnitt in München unter dem Dach der Primondo Specialty Group (PSG), die dem Pensionsfonds Karstadt-Quelle-Mitarbeiter-Trust gehört. Die PSG wird von Matthias Siekmann geleitet, der auch für Carlyle die übernommenen sechs Versender betreut.

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Noch kein Starttermin für Verkaufsprozess

Mitarbeiter und kritische Stimmen unter den gut 700.000 Kunden hoffen auf den Verkauf von Hess Natur an die Genossenschaft HN Geno. Einziger Zweck der HN Geno ist die Übernahme und Fortführung des Butzbacher Händlers. Mit an der Spitze der Genossenschaft steht Walter Strasheim-Weitz, der auch Betriebsratsvorsitzender von Hess Natur ist. Seit Mitte April veräußert die HN Geno Anteile an der Genossenschaft und sammelt auf diese Weise Geld für einen Kauf, der einen zweistelligen Millionenbetrag kosten dürfte.

Ein Starttermin für den Verkaufsprozess steht dem Vernehmen nach noch nicht. Es laufen aber Gespräche, wie es heißt.

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