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Oberbürgermeister-Wahl Korwisi in Bad Homburg knapp vor Jungherr

27.04.2009 ·  Bei der Direktwahl in Bad Homburg hat es im ersten Wahlgang noch keinen Sieger gegeben. Oberbürgermeisterin Ursula Jungherr (CDU) musste sich ihrem Herausforderer Michael Korwisi beugen, der einen überraschenden Vorsprung gegenüber der Amtsinhaberin erzielte.

Von Heike Lattka
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Bei der Direktwahl in Bad Homburg hat es im ersten Wahlgang noch keinen Sieger gegeben. Oberbürgermeisterin Ursula Jungherr (CDU) musste sich gestern ihrem Herausforderer Michael Korwisi beugen, der mit 39,3 Prozent einen überraschenden Vorsprung von 0,3 Prozentpunkten gegenüber der Amtsinhaberin erzielte. Die Zweiundsechzigjährige wird sich dem 57 Jahre alten ehemaligen Grünen-Stadtrat, der als unabhängiger Kandidat angetreten war, am 10. Mai bei der Stichwahl stellen. Der in der Stadt weitgehend unbekannte SPD-Kandidat Karl Heinz Krug erzielte einen Achtungserfolg. Auf den 37 Jahre alten Diplom-Kaufmann entfielen 21,7 Prozent. Mit 41,4 Prozent lag die Wahlbeteiligung deutlich über jener bei der Direktwahl vor sechs Jahren. Damals waren nur 34,5 Prozent zur Wahlurne gegangen.

Jungherr äußerte sich trotz des überraschenden Ergebnisses zuversichtlich: „Dann klappt’s halt beim nächsten Mal.“ Sie sei zwar enttäuscht, dass die Wähler die solide Finanzpolitik der vergangenen Jahre nicht in ausreichendem Maß bei ihrer Wahlentscheidung berücksichtigt hätten. In den nächsten zwei Wochen werde sie aber kräftig um Zustimmung kämpfen. Darin sei sie sich mit Fraktion und Parteivorstand der CDU einig. Das Ergebnis werde nun gemeinsam analysiert, und dann werde man noch einmal „richtig loslegen“, so die Oberbürgermeisterin.

Wahlempfehlung

Als „großen Sieg“ wertete Korwisi das Resultat des ersten Wahlgangs. Mehr als 60 Prozent wollten die CDU und die Oberbürgermeisterin nicht mehr – die Stimmung sei für einen Wechsel so gut wie nie. Die Wähler hätten ihn als unabhängigen Kandidaten akzeptiert, der sich vor keinen Parteikarren spannen lassen werde. Sein Unterstützerkreis zähle mittlerweile 600 Mitglieder, und es würden nun sicherlich noch mehr. Sein Ziel sei nun, das Vertrauen der Wähler des SPD-Kandidaten Krug zu gewinnen und die eigenen Wirtschaftskompetenzen hervorzuheben. Er werde deshalb in den nächsten zwei Wochen weniger über Schlaglöcher und mehr über Finanzen und den Einkaufsstandort Bad Homburg reden.

Krug wiederum empfahl sich als Hoffnungsträger für die gesamte SPD. Er habe aus dem Stand heraus als Neuling ein Ergebnis erreicht, mit dem er zufrieden sein könne, sagte er. Auf die CDU müsse das Resultat wie ein Donnerschlag wirken. Es sei „vernichtend für Jungherr“ und eine desaströse Niederlage für die gesamte Partei. Der Zustand der Bad Homburger CDU sei katastrophal. Dagegen habe er, Krug, die SPD aus dem tiefen Tal herausgeholt und empfehle sich damit als neues „Zugpferd“ der Hochtaunus-SPD. In jedem Fall sehe er im Taunus für sich eine politische Perspektive. Krug wollte sich allerdings noch nicht festlegen, ob er und die SPD nun eine Wahlempfehlung zugunsten Korwisis abgeben würden.

Nicht erwartet

Zu den Korwisi-Unterstützern zählen auch in der Stichwahl die Wählergruppen BLB und NHU. Jungherr wird vom Koalitionspartner FDP unterstützt. Deren bekanntester Vertreter, Stadtrat Peter Vollrath-Kühne, sagte gestern, das Zwischenergebnis habe ihn keineswegs überrascht. Nur das gute Abschneiden Krugs habe er nicht erwartet.

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