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Natur Schlechte Zeiten für Fledermäuse

22.07.2007 ·  Fledermäuse leiden unter der kühl-nassen Witterung. Bei diesem Wetter gibt es deutlich weniger Insekten in der Luft - die Fledermäuse haben zu wenig zu fressen. Viele sterben an Unterernährung.

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Der Sommer hat bislang mit lauen Abenden gegeizt; ein kalter, verregneter Abend hat sich scheinbar nahtlos an den nächsten gereiht. Bei dieser Witterung schwirren deutlich weniger Schnaken, Falter und Fliegen als sonst durch die Nacht. Darunter leiden Fledermäuse, denn die einheimischen Arten leben nur von Insekten. „Nicht so sehr die Kälte macht den Fledermäusen zu schaffen, sondern die geringe Beute“, sagt Karl Kugelschafter vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen.

Kehrt die Fledermaus am frühen Morgen hungrig von der Jagd zurück, wirft sie den körpereigenen Energiesparmodus an: Sie drosselt die Körpertemperatur und verfällt in Lethargie, ähnlich dem Winterschlaf. So überleben die ausgewachsenen Tiere Kältezeiten – allerdings zu Lasten des Nachwuchses. Mausohren etwa bringen nur ein Jungtier im Jahr zur Welt. Ist das Muttertier unterernährt, wird es nicht trächtig. „Wenn ich nur einen schlechten Job habe, kann ich auch keinen Benz fahren“, sagt der Biologe Kugelschafter.

Junge Mausohren sterben an Unterernährung

Frisst ein trächtiges Weibchen zu wenig, regelt es seinen Kreislauf und Stoffwechsel herunter, die Tragzeit verlängert sich. Sind die Jungtiere unterernährt, entwickeln sie sich langsamer. Die Mausohren werden normalerweise nach vier Wochen flügge, in diesem Jahr in manchen Kolonien erst nach sechs. Besonders der Geburtsjahrgang 2007 darbt: in Schlüchtern zum Beispiel sind laut Nabu über die Hälfte aller jungen Mausohren an Unterernährung gestorben.

Fledermäuse unterliegen in Deutschland dem Artenschutz, aber sie sind nicht akut vom Aussterben bedroht, denn sie leben sehr lange. Der Altersrekord bei Großen Mausohren liegt bei mehr als 30 Jahren, schwache Jahrgänge wie der diesjährige fallen also nicht so sehr ins Gewicht. Der Nabu Hessen hofft jetzt auf einen warmen Spätsommer und einen milden Herbst, die lauen Nächte bringen Insekten in Hülle und Fülle. „Wenn das Wetter jetzt noch gut würde, könnten sich die Fledermäuse einen kleinen Fettwanst anfuttern“, sagt Kugelschafter. Von einem ordentlichen Winterspeck könnten die Säuger bis zum nächsten Frühling zehren.

Wer Fledermäusen helfen will, kann dem Nabu beitreten und etwa Quartiere betreuen, Exkursionen leiten oder Aufklärungsarbeit leisten: „Fledermäuse haben immer noch ein schlechtes Image, da muss noch viel getan werden.“

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