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Nach Rückzieher in Bad Vilbel Radeberger: Großinvestition nicht mehr vertretbar

13.11.2009 ·  Die in Frankfurt ansässige Radeberger-Gruppe wird ihren geplanten Neubau in Bad Vilbel „nicht umsetzen“. Verantwortlich dafür sind nach Angaben von Konzernchef Christmann die Rahmenbedingungen in deutschen Biermarkt, die sich durch die Wirtschaftskrise verschlechterten, wie FAZ.NET erfuhr.

Von Thorsten Winter
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Die in Frankfurt ansässige Radeberger-Gruppe wird ihren geplanten Neubau in Bad Vilbel nicht umsetzen. Verantwortlich dafür sind nach Angaben von Konzernchef Albert Christmann die Rahmenbedingungen im deutschen Biermarkt, die sich durch die Wirtschaftskrise verschlechterten. Christmann bestätigte damit einen Bericht der Rhein-Main-Zeitung der F.A.Z. von diesem Freitag (Rückzieher: Radeberger verzichtet auf Umzug nach Bad Vilbel). Nach seinen Worten bleibt der früher unter Binding-Brauerei AG firmierende Konzern an seinem Stammsitz an der Darmstädter Landstraße in Frankfurt. Dort wolle der Konzern „in kleinen und verdaubaren Portionen“ investieren.

Angesichts steigender Konsumzurückhaltung der Verbraucher und wachsendem Preisdruck sei ein derartiges Großinvestment, wie es Radeberger in der Frankfurter Umlandkommune geplant hatte, „nicht mehr vertretbar“. Mit der wirtschaftlichen Lage des Mutterkonzerns Oetker habe diese Entscheidung nichts zu tun.

Der Brauereikonzern, der Marken wie Radeberger, Jever, Schöfferhofer, Clausthaler und Binding herstellt, wird deshalb das ausgesuchte Baugrundstück in Bad Vilbel „trotz der fortgeschrittenen Planungsarbeiten“ nicht erwerben, heißt es in einer FAZ.NET vorliegenden Mitteilung. Am frühen Nachmittag wird Christmann die einzelnen Gründe vor der Presse erläutern wird. Die Gruppe zählt rund 4800 Beschäftigte, davon etwa 500 in der Zentrale in Frankfurt.

Brauereien müssen Absatzverluste hinnehmen

Christmann verwies in der Mitteilung auf die wachsende Nervosität am Biermarkt und den damit einhergehenden Preis- und Werteverfall durch hohe Aktionskosten. Zudem bedeuteten Zahlen und Prognosen größerer Marktspezialisten prozentual zweistellige Absatzrückgänge etwa in der für Brauereien wichtigen Gastronomie. Ein Absatzrückgang von insgesamt mehr als drei Prozent gegenüber 2008 sei in diesem Jahr nicht auszuschließen.

Im dritten Quartal ist der Bierabsatz im Jahresvergleich um 1,3 Prozent oder 0,4 Millionen Hektoliter auf 27,6 Millionen Hektoliter gesunken, wie das Statistische Bundesamt zuvor mitgeteilt hatte. Zwar legten Biermischgetränke demnach um zwei Prozent zu, sie machen aber nur knapp fünf Prozent des Biermarktes aus. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

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Jahrgang 1967, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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