Home
http://www.faz.net/-gzl-y6h2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nach Havarie bei Loreley Erste Schiffe dürfen rheinabwärts am Tanker vorbei

02.02.2011 ·  Noch immer liegt der verunglückte Säuretanker seitlich gekippt im Rhein an der Loreley. Die Bergung geht nur schrittchenweise voran. Nun durften erstmals Schiffe talabwärts an der havarierten „Waldhof“ vorbeifahren.

Artikel Bilder (1) Video (1) Lesermeinungen (0)

Zum ersten Mal seit der Havarie des Säuretankers im Rhein bei St. Goarshausen vor knapp drei Wochen kommt auch flussabwärts Bewegung in den Schiffsstau. Am Mittwoch passierte zunächst ein 80 Meter langes, unbeladenes Gütermotorschiff testweise die Unfallstelle am Loreleyfelsen, wie das Pressezentrum „Havarie Loreley“ mitteilte. Weitere sechs Schiffe verschiedener Größe folgten. „Es gab keine Probleme“, sagte der stellvertretende Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bingen, Florian Krekel. Der Schiffsverkehr in der Gegenrichtung, der bereits seit zwei Wochen wieder läuft, war während der Probefahrten gesperrt.

Stromabwärts warten derzeit rund 400 Schiffe auf die Weiterfahrt. „Der Druck ist groß“, sagte Krekel. Die Testfahrten seien jetzt erst möglich, nachdem die Explosionsgefahr des Havaristen „Waldhof“ mit rund 2400 Tonnen Schwefelsäure an Bord gebannt worden sei.

Abpumpen für Mittwoch nicht mehr vorgesehen

Die ersten Talfahrer, die vom rund 30 Kilometer entfernten Bingen starteten, wurden jeweils von einem Nautiker des Wasser- und Schifffahrtsamtes begleitet. Nach den ersten Fahrten sollte entschieden werden, wie der Schiffsverkehr weitergeht - und ob möglicherweise mehr Schiffe schneller vorbeifahren können. „Wir müssen den Schiffsstau kontrolliert auflösen“, sagte Krekel.

Video: Schwierige Bergung auf dem Rhein

Ein Abpumpen der Schwefelsäure aus den Tanks des Havaristen war Krekel zufolge für Mittwoch nicht mehr vorgesehen. Die Chemikalie müsse zunächst weiter durchmischt werden, weil sie unterschiedlich stark konzentriert sei. Das Abpumpen des ersten Tanks sei nun für Donnerstag geplant, sagte Krekel. Erst wenn mehrere Tanks leer seien, könne die „Waldhof“ mit Kränen gehoben werden.

Zwei Besatzungsmitglieder weiter vermisst

Je Tag Zwangspause für ein Schiff können nach Angaben der Binnenschifffahrt Umsatzausfälle von bis zu 4000 Euro entstehen. Wer deswegen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerate, solle sich wegen möglicher Zahlungsprobleme an sein Finanzamt wenden, erklärte der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD). Er habe veranlasst, dass die rheinland-pfälzischen Finanzbehörden die betroffenen Steuerfälle „mit Augenmaß und großem Verständnis“ behandeln.

Die Ursache für den Unfall am 13. Januar ist weiter unklar. Bei der Havarie waren zwei Bootsleute leicht verletzt gerettet worden, zwei Besatzungsmitglieder werden seither vermisst.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr