29.10.2007 · Stadtallendorf soll den Hessentag 2010 ausrichten. Die Stadt verfüge über die notwendigen Flächen und die erforderliche Infrastruktur, sagte Ministerpräsident Roland Koch.
Von Ralf EulerNachdem die Landesregierung Alsfeld am Freitag eine Absage erteilt hat, soll nun das nur 26 Kilometer entfernte Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) den Hessentag 2010 ausrichten. Das gab Ministerpräsident Roland Koch (CDU) im Anschluss an eine Sitzung des Landeskabinetts im nordhessischen Spangenberg bekannt.
Stadtallendorf, mit rund 21.700 Einwohnern noch etwas kleiner als die diesjährige Hessentagsstadt Butzbach, verfüge über die notwendigen Flächen und die für das einwöchige Landesfest erforderliche Infrastruktur, sagte Koch. Vor allem aber sei die Kommune in der Lage, jene mehrere Millionen Euro aufzubringen, die für die Organisation eines erfolgreichen Hessentags erforderlich seien.
Alsfeld musste wegen finanzieller Nöte absagen
Die mittelhessische Stadt hatte sich bereits 2003, allerdings vergeblich, für die Ausrichtung des 50. Hessentags im Jahr 2010 beworben, denn dann feiert sie auch den 50. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte. Stadtallendorf, damals noch Allendorf, hatte nach dem Krieg erst 1500 Einwohner. Durch die Ansiedlung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen wurde der Ort in den fünfziger Jahren zur „größten Vertriebenensiedlung Hessens“, und die in der Folge entstehenden Industriebetriebe zogen auch viele sogenannte Gastarbeiter an. Heute leben dort rund 4500 Ausländer und etwa 6000 Aussiedler aus Osteuropa und der früheren Sowjetunion.
Alsfeld hatte wegen finanzieller Nöte den Hessentag in Frage gestellt, woraufhin die Regierung entschied, kurzfristig einen neuen Ausrichter zu suchen. Viele der bisherigen Hessentagsstädte hatten ein Defizit zu beklagen, dennoch gibt es keinen Mangel an Bewerbern, weil das Fest mit Landeszuschüssen in Millionenhöhe für Straßenbau und Stadtverschönerung verbunden ist, die sonst gar nicht oder erst viel später fließen würden.