06.06.2008 · Das schwedische Einrichtungshaus wird in Wallau 42 Millionen Euro investieren. Neben zusätzlich 4000 Quadratmetern Verkaufsflächen möchte der Möbelriese einen Homepark schaffen.
Von Heike Lattka1977 hat der schwedische Möbelkonzern Ikea an der Autobahn 66 zwischen Wiesbaden und Frankfurt am Rande des Hofheimer Stadtteils Wallaus seine Deutschlandzentrale bezogen. Zweimal wurde seitdem umgebaut, zuletzt erweiterte das Unternehmen mit 22 000 Quadratmetern Verkaufsflächen für Möbel und 3500 Quadratmetern für Spielwaren 2001 sein Möbelhaus, das der Hofheimer Stadtkasse hohe Gewerbesteuereinnahmen beschert.
Der nach den Worten von Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) „starke Partner für die Stadt“ hat nun erste Ideen für weitere Ausbaupläne vorgelegt, deren Kern ein neuer „Homepark“ sein soll, wie er nach den Worten von Ikea-Projektentwickler Hans-Joachim Bruschke schon erfolgreich in Koblenz und Ulm betrieben werde. Mit den Worten „Wir wollen den Standort weiter stärken“, verwies Bruschke auf den Expansionsdrang des Möbelriesen im Rhein-Main-Gebiet. Mit Nieder-Eschbach sei die dritte Ikea-Niederlassung in der Region geschaffen worden. Die Ausbaupläne in Hanau würden vorangetrieben, und nun sei Wallau an mit einer 42-Millionen-Euro-Investion an der Reihe.
In drei Jahren sollen die neuen Anlagen stehen
Geplant sind auf einer Fläche von 27 000 Quadratmetern der Bau drei weiterer zwei bis dreigeschossiger Gebäude, die sich um einen etwa 2500 Quadratmeter großen Platz gruppieren sollen. In dieses Ensemble werde auch der Spielwarenhandel „Toys `R` Us“ mit 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche integriert, dessen Gebäude zuvor abgerissen werde. Ebenso muss ein an der Zufahrt gelegener Schnellimbiss der Neuplanung weichen und umgesiedelt werden. Für die bisher in Nordenstadt untergebrachten Lager sollen ebenso wie für weitere Büros Platz geschaffen werden. Bis spätestens 2011 sollen die neuen Anlagen stehen.
Die Ausbaupläne könnten aber wohl nur dann verwirklicht werden, wenn zahlreiche der benachbarten 75 Kleingärten umgesiedelt würden. Insgesamt möchte Ikea sein Grundstück von derzeit 130 000 Quadratmeter auf künftig 180 000 Quadratmeter ausweiten. Die Zahl der Parkplätze soll lediglich von 2300 auf künftig 2900 Stellplätze steigen. Daneben werde die Zahl der Beschäftigten um etwa 150 steigen. Derzeit arbeiten 400 Mitarbeiter im Möbelhaus, 340 in der Verwaltung und 70 im Spielwarenhandel.
Ikea als Freizeitattraktion
Mit dem Ausbau soll nach Aussage von Tatjana Zeiß, Projektentwicklerin des Inter Ikea Center Deutschland, ebenso eine verstärkte regionale und lokale Integration des Unternehmens in sein direktes Umfeld einhergehen. Nicht nur setze das Unternehmen auf den Dialog mit den Menschen in Wallau, wenn die Pläne in einem so frühen Stadium bekanntgegeben würden, ebenso hoffe man auf Anregungen zu den Vorstellungen.
Ikea wolle sich stärker dem öffentlichen Raum und dem Stadtteil Wallau öffnen und die Lücke an Radwegen und Fußverbindungen zwischen Taunus und Flussniederung schließen, erläuterte Henrik Schultz, dessen Frankfurter Unternehmen Stein & Schultz mit der Freiraumplanung beauftragt wurde. Die Idee sei, Ikea als Freizeitattraktion zu etablieren, indem der Konzern bei der Neuplanung stärker als bisher das Augenmerk auf die Aufenthaltsqualität lege.
Raum für sportliche Aktivitäten
Der zentrale Platz biete sich künftig auch für Veranstaltungen des Stadtteils an. In der Planung seien eine gestaltete sichere Querung der Autobahn entlang des Wickerbach und ein grün gestaltetes Umfeld. Zu den Planspielen zählten derzeit der Bau eines Großspielplatzes, Spielfelder für Beach-Volleyball, Skating oder aber Kletterwände.
Die Kopie eines Marktplatzes aber werde es nicht geben, widersprach Zeiß entsprechenden Befürchtungen. Diese Botschaft hörte Bürgermeisterin Stang gerne. Wenn sich Ikea der regionalen Idee öffne, statt Barrieren zu schaffen, sei dies ein interessanter Ansatz, sagte sie. Die Erweiterungspläne wurden am Mittwochabend zunächst den Mitgliedern des Planungsausschusses und dem Ortsbeirat Wallau vorgestellt. Eine intensive Beratung der städtischen Gremien wird nun folgen.
Heike Lattka Jahrgang 1960, Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.
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