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Mittelrheinbrücke In acht Jahren trockenen Fußes über den Rhein

31.07.2010 ·  Dass der Bau einer Rheinbrücke nördlich von St. Goar und St. Goarshausen den Status des Mittelrheintals als Unesco-Welterbe nicht gefährden wird und dass deshalb die Planung fortgesetzt werden kann, ist im Rheingau von Welterbedezernent Karl Ottes (CDU) mit großer Befriedigung aufgenommen worden.

Von Oliver Bock, Rüdesheim/Mainz
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Die Meldung aus dem fernen Brasilien, dass der Bau einer Rheinbrücke nördlich von St. Goar und St. Goarshausen den Status des Mittelrheintals als Unesco-Welterbe nicht gefährden wird und dass deshalb die Planung fortgesetzt werden kann, ist im Rheingau von Welterbedezernent Karl Ottes (CDU) mit großer Befriedigung aufgenommen worden. Ottes ist davon überzeugt, dass vom Bau einer Rheinbrücke auch der untere Rheingau mit den beiden Nachbarstädten Lorch und Rüdesheim profitieren wird.

Ottes zufolge hat der Vorstand des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal die Bemühungen der rheinland-pfälzischen Landesregierung um den Brückenbau immer positiv begleitet. Der Zweckverband sei in Brasilia mit Vorstand Bertram Fleck, dem Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, vertreten gewesen. Laut Ottes ist die Zustimmung zu den Brückenplänen das Ergebnis sorgsamer, jahrelanger Vorbereitung und Planung. Letztendlich habe die Unesco einsehen müssen, dass die Welterberegion besser erschlossen sein müsse, um der Landschaft und ihren Bewohnern und Besuchern eine Entwicklungsperspektive zu geben. Die touristischen Ziele diesseits und jenseits des Rheins seien nach dem Brückenschlag ohne zeitliche Begrenzung und Wartezeit erreichbar. Ottes hofft auf ein baldiges Planfeststellungsverfahren und einen schnellen Bau.

Masterplan für das Obere Mittelrheintal

Dabei werden aber noch einige Jahre ins Land gehen, denn Rheinland-Pfalz will auf dem Weg zur Brücke möglichst wenig Ansatzpunkte für zu erwartende Klagen gegen das Vorhaben geben. Nach Angaben von Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) soll das Raumordnungsverfahren sorgsam vorbereitet und Mitte 2011 eingeleitet werden. Nach dem Raumordnungsbescheid im darauf folgenden Jahr rechnet Hering mit dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens im Jahr 2014. Ausschreibungen und Aufträge sollen bis 2016 erledigt sein, die Brücke könnte 2018 für die ersten Autos, Fahrräder und Fußgänger geöffnet werden.

Die Entscheidung des Welterbekomitees auf seiner 34. Sitzung in Brasilia ist Ergebnis einer behutsamen Diplomatie des Landes und der frühzeitigen Einbindung der Unesco. Am Ende war es Russland, das erfolgreich den Antrag einbrachte, dass Rheinland-Pfalz seine Brückenpläne weiterverfolgen dürfe. Die Brücke ist auch aus Sicht der Unesco die ökonomisch sinnvollste Alternative. Hering zufolge hat die Unesco damit einer der bedeutendsten Kulturlandschaften Deutschlands eine eindeutige und moderne Entwicklungsperspektive gegeben. Die Brücke sei welterbeverträglich. Sie könne aber nur ein Baustein in einem Gesamtentwicklungskonzept sein. Das Land werde deshalb einen Masterplan für das Obere Mittelrheintal erarbeiten, der die bisherigen Initiativen aufgreife und sie zu einer Vision für die mittel- und langfristige Entwicklung der Welterbestätte weiterentwickele.

Grüne sehen Gefahren für den Naturschutz

Die Grünen in Mainz haben unterdessen die Entscheidung des Welterbekomitees bedauert. Mit einer Brücke seien nicht die Probleme im Tal gelöst. Sie sehen Gefahren für den Fortbestand der Fähren und für den Naturschutz. Außerdem fürchten sie einen Anstieg von Verkehr und einhergehendem Lärm. Positiv sehen die Grünen allerdings den angekündigten Masterplan. Das Raumordnungsverfahren werde man mit unbequemen Fragen kritisch begleiten, hieß es. Dagegen ist die rheinland-pfälzische SPD zufrieden. Eine Brücke über den Rhein sei entscheidend für die weitere Entwicklung im Mittelrheintal.

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