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Veröffentlicht: 05.10.2009, 11:34 Uhr

Messe Zu wenig Platz für alle Innovationen

Die erste Messe der „Initiative Wissensregion“ in Darmstadt ist nach Meinung der Organisatoren ein voller Erfolg.

von , Darmstadt
© Michael Kretzer Ballverliebt: Fußball spielende Roboter der Bembelbots aus Frankfurt.

Doris Krüger-Röth hat zwei Wetten verloren. Aber darüber ist die Abteilungsleiterin im Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main nicht traurig gewesen. Galten ihre Wetten doch der ersten Messe der Initiative „Wissensregion Frankfurt/Rhein-Main“. Mit Interesse hatte sie zwar gerechnet: „Aber wir hatten nicht 25, nicht 50 und auch nicht 63 Anmeldungen für Stände, sondern sind regelrecht überrannt worden.“ Zahlreiche Bewerber waren, weil der Platz in Darmstadts Wissenschafts- und Kongresszentrum nicht ausreichte, am Ende einfach nicht mehr unterzubringen gewesen. Dieser Andrang war denn auch der Grund, warum Planungsverbandsdirektor Stephan Wildhirt (SPD) mit einem gewissen Stolz am Freitag die „Innovative 2009“ eröffnete. Das große Interesse von Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstituten demonstriere, dass die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet in der Rhein-Main-Region gut laufe, sagte Wildhirt.

Rainer Hein Folgen:

Gut und viel gelaufen sind auf der Innovationsmesse auch die Schüler. Mehr als 500 aus Bayern und Hessen nutzten ihren schulischen Wandertag zu einem Besuch Darmstadts, um sich dort über die neuesten Entwicklungen in Wissenschaft und Technik zu informieren. Die 63 Stände deckten ein thematisch breites Feld ab – von der Raumfahrt bis zur Umwelt, dem Bauen bis zur Gesundheit. Beteiligt als Aussteller waren zum Beispiel das Mathematikmuseum aus Gießen, das Junior-Labor von Technischer Universität Darmstadt und Merck, der „Unibator“ für Existenzgründer der Goethe-Universität Frankfurt, die Heraeus Holding GmbH aus Hanau, das Max-Planck-Institut für Biophysik aus Frankfurt, der Deutsche Wetterdienst aus Offenbach oder die Fachhochschule Bingen.

Nicht in Tokio suchen

Das Besondere an der Innovative: Neben der Theorie kam auch die Praxis nicht zu kurz. So konnten die Schüler beispielsweise in Formel-1-Rennwagen Platz nehmen, die Studenten der Technischen Universität und der Hochschule Darmstadt konstruiert hatten, oder „Igor“ beobachten, ein Flugmodell, das aussieht wie eine Ente und als biologisches Vorbild für eine energiesparende Fortbewegung dient. Überdies waren auch die Vorträge durchaus lebenspraktisch: Außer über die magnetokalorische Wärmepumpe und den elektrorheologischen Resonanzdämpfer ging es zum Beispiel um den Klimawandel und dessen Chancen oder die „Zukunft des Fußballs“.

Mit der Innovationsmesse ist die 2006 gegründete Initiative Wissensregion erstmals an eine breitere Öffentlichkeit getreten. Träger der Initiative sind der Planungsverband, die Wirtschaftsinitiative Frankfurt/Rhein-Main, das IHK-Forum Rhein-Main und das Institut für Neue Medien. Ziel des Netzwerkes ist es, wie Wildhirt sagte, dass die Region nicht nur als Bankenstandort ins allgemeine Bewusstsein dringt, sondern auch als Sitz wichtiger High-Tech-Branchen: „Jeder soll wissen, welches Knowhow in der Region steckt, niemand soll in Tokio suchen müssen, was es auch in Hanau gibt.“ Wichtige Zielgruppe der Messe seien Jugendliche. Technik und Wissenschaft stehe bei vielen nicht so hoch im Kurs, gleichzeitig suche die Wirtschaft aber nach Ingenieuren und Naturwissenschaftlern.

Die Innovationsmesse will die Initiative Wissensregion künftig jedes Jahr veranstalten an stets wechselnden Orten. Sie soll die bisherige Arbeit des Zusammenschlusses ergänzen, der einen „Wissensatlas“ herausgibt und auf seiner Internetseite www.wissensportal-frankfurtrheinmain.de einmal im Monat eine „Perle der Wissensregion“ vorstellt. Die Roboterhunde der Technischen Universität Darmstadt sind dort ebenso zu finden wie die Caparol Farben GmbH aus Ober-Ramstadt, die bei den zurückliegenden Olympischen Spielen in China für die leuchtend rote Farbe im Pekinger Olympiastadion gesorgt hat. 40 „Perlen“ befinden sich schon in der Plattform, und für die nächsten Jahre braucht sich Doris Krüger-Röth keine großen Sorgen machen: „Weitere 180 Anmeldungen liegen uns schon vor.“

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