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Mainz Zöllner geht nach Berlin

21.11.2006 ·  Jürgen Zöllner (SPD) hat noch einen Koffer in Berlin: Der bisherige rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister wird in den Berliner Senat wechseln. In Wowereits Kabinett soll der Mediziner für Wissenschaft, Forschung und Bildung zuständig sein.

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Der bisherige rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner (SPD) wechselt in den Berliner Senat. Der 61 Jahre alte Mediziner und frühere Universitätspräsident werde als Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung dem neuen rot-roten Senat in der Bundeshauptstadt angehören, teilte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Dienstag in Berlin mit. Zöllner sei ein „herausragender Kenner der Bildungslandschaft“ und werde seine erfolgreiche Arbeit künftig in Berlin fortsetzen. Berliner Justizsenatorin soll Gisela von der Aue werden, die bisherige Präsidentin des Landesrechnungshofs in Brandenburg.

Zöllner ist seit 1991 im Mainzer Kabinett Wissenschaftsminister, zehn Jahre später übernahm er zusätzlich das Kulturressort. Zöllner gilt als enger Vertrauter des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck. Zöllner, ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Der 61 Jahre alte Sozialdemokrat mit einer Vorliebe für Fliegen am Hemd zählt zu den dienstältesten Wissenschaftsministern.

Viel Aufsehen durch Landeskinderregelung

Bereits 1991 übernahm er unter dem damaligen Ministerpräsidenten Rudolf Scharping (SPD) in Mainz das Ressort für Wissenschaft und Weiterbildung, das später zwei Mal umstrukturiert wurde. Nach dem absoluten Sieg der SPD bei der Landtagswahl am 26. März dieses Jahres und dem Ende der SPD/FDP-Koalition wurde der selbstsicher auftretende Zöllner als Nachfolger des früheren FDP-Wirtschaftsministers Hans- Artur Bauckhage auch Stellvertreter von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD).

Für viel Aufsehen hat seitdem Zöllners Plan für eine so genannte Landeskinderregelung bei Studiengebühren gesorgt: Danach ist geplant, daß Erstsemester ohne Hauptwohnsitz im Land künftig Studiengebühren zahlen müssen, während das Erststudium für „Landeskinder“ gebührenfrei bleibt. Damit soll vermieden werden, daß die rheinland- pfälzischen Hochschulen mit einem Ansturm von Studenten aus Ländern mit Studiengebühren zu kämpfen haben. Zöllner betont jedoch immer, daß ihm statt der Einführung von Studiengebühren mehr an einem neuen Lastenausgleich der Länder in der Studienfinanzierung gelegen sei.

Medizinprofessor und Uni-Präsident

Der im heutigen Tschechien geborene Zöllner studierte Medizin in Freiburg sowie Mainz, wo er von 1977 an als Medizinprofessor tätig war. Seine Forschungsschwerpunkte bildeten die Molekularbiologie und die Gentechnologie. 1983 wurde er Vizepräsident und 1990 Präsident der Mainzer Universität. Der zweifache Familienvater, der seit 1972 Mitglied der SPD ist, gilt als begeisterter Inline-Skater und Squash- Spieler.

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