Home
http://www.faz.net/-gzl-pyx2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Mainz Kritik an Besuch von Bush wächst

20.02.2005 ·  Wenige Tage vor dem Besuch des amerikanischen Präsidenten mehren sich kritische Stimmen am Umfang der Sicherheitsvorkehrungen und am geplanten Programmablauf. So hat das Mainzer Stadtratsmitglied Daniel ...

Artikel Lesermeinungen (0)

Wenige Tage vor dem Besuch des amerikanischen Präsidenten mehren sich kritische Stimmen am Umfang der Sicherheitsvorkehrungen und am geplanten Programmablauf. So hat das Mainzer Stadtratsmitglied Daniel Köbler gemeinsam mit dem Wiesbadener Stadtverordneten Olaf Bayer (beide Grüne) die Einschränkungen für die Bevölkerung als "völlig unangemessen" bezeichnet. Nicht nur der Sicherheitsaufwand verursache Kosten, gravierender noch sei der volkswirtschaftliche Schaden, der durch den Wegfall von Verdienst und Umsatz entstehe. Ähnlich äußerten sich Vertreter des Einzelhandels und betroffener Unternehmen. Kritisiert wird überdies, daß Informationen etwa über Straßensperrungen und Schulschließungen zu spät veröffentlicht worden seien.

Enttäuscht über das Besuchsprogramm des Präsidenten zeigte sich die Sprecherin des Freundschaftskreises Mainz-Louisville, Lintrude Krüger. Die seit mehr als zehn Jahren bestehende Städtepartnerschaft sei bei der Vorbereitung des Besuchs einfach ignoriert worden. Kein Vertreter des deutsch-amerikanischen Freundschaftskreises habe eine Einladung zum Empfang des Präsidenten erhalten. Offenbar fühle sich die Stadt nicht zuständig und überlasse alles den Verantwortlichen in Washington und Berlin.

Die Mainzer CDU hat derweil ihr Bedauern über die "einseitig negative Diskussion" geäußert. Die Stadt werde durch den Besuch in den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit gerückt. Dies sei eine enorme Werbung für Mainz, sagte die Kreisvorsitzende Andrea Litzenburger. Jahr für Jahr sorgten amerikanische Touristen für Einnahmen bei Handel, Gaststätten und Hotels. Deutschland habe seinem wichtigsten außenpolitischen Partner die Freiheit in der Nachkriegszeit und die Unterstützung der deutschen Einheit zu verdanken. Die vielen Sicherheitsmaßnahmen lägen in der Bedrohung durch den Terror begründet.

Auch der SPD-Vorsitzende Thomas Will rechtfertigte die Vorkehrungen als "nachvollziehbar und unabdingbar". Seitens der Stadt werde alles getan, um die Belastungen für Bürger, Wirtschaft und Handel so gering wie möglich zu halten. Auch wirtschaftlich wiege der Imagegewinn durch den zweiten Besuch eines amerikanischen Präsidenten die kurzzeitigen Einschränkungen bei weitem auf. trau.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr