Home
http://www.faz.net/-gzl-t2vv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Main-Taunus-Zentrum Bürgermeister für gutes Miteinander

 ·  Die Nachbarstädte von Sulzbach klagen nicht gegen den Ausbau des Main-Taunus-Zentrums. Damit kann der Einkaufsmarkt um eine Verkaufsfläche von 12.000 Quadratmetern erweitert werden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die vom Ausbau des Main-Taunus-Zentrums besonders betroffenen Nachbarstädte werden den Bauvorbescheid nun doch akzeptieren, nachdem der Main-Taunus-Kreis eingereichte Widersprüche abschlägig beschieden hat. Wie die Bürgermeister Thomas Horn (Kelkheim, CDU), Norbert Altenkamp (Bad Soden, CDU) und Gisela Stang (Hofheim, SPD) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz erläuterten, verzichten die Städte auf eine gemeinsame Klage vorm Verwaltungsgericht. Der positive Bauvorbescheid an die ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG für eine Erweiterung des Einkaufsmarktes um eine Verkaufsfläche von 12.000 Quadratmetern hat somit Bestand.

Die Entscheidung sei mit einem „gewissen Bauchgrimmen“ erfolgt. Die drei Magistrate verzichteten bewußt auf einen „nachbarschaftsfeindlichen Akt“ gegenüber Sulzbach, machten die drei Magistratssprecher deutlich. Die Bürgermeister teilen Horn zufolge zwar die rechtliche Einschätzung von Landrat Berthold Gall (CDU) nicht, der zufolge keine Planungspflicht der Gemeinde Sulzbach bestehe. In den vergangenen Jahrzehnten sei es zu gravierenden planerischen Versäumnissen gekommen. Ein eigener Stadtteil auf der grünen Wiese, wie es das Main-Taunus-Zentrum faktisch darstelle, sei heute nicht mehr genehmigungsfähig. Die jahrzehntelange Praxis mit mehr als 200 Genehmigungen für Erweiterungen zeige aber, daß nunmehr das Rad nicht mehr zurückgedreht werden könnte.

Es wäre zwar durchaus möglich, den Bauvorbescheid mit einer Klage zu kippen und das Projekt um ein bis zwei Jahre zu verzögern, erläuterte Stang. Allerdings sei den Städten am guten Miteinander gelegen: „Wir sind keine Kirchturmpolitiker“, hoben die drei Bürgermeister hervor. Da es der Gemeinde Sulzbach obliege, mit einem Bebauungsplan das Projekt zu befördern, wäre eine Klage nur „ein zeitliches Torpedieren“ des Vorhabens gewesen. Eine solche Handlung sei keine gute Kommunalpolitik.

„Regionales Vorzeigeprojekt“

Altenkamp nannte das Main-Taunus-Zentrum ein „regionales Vorzeigeprojekt“. Alle drei Hauptamtlichen seien gleichzeitig Kreispolitiker, und als solche gelte es, das Zentrum als großen Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor in der Region anzuerkennen und im Wettbewerb gegenüber anderen Standorten wie dem Nordwestzentrum zu stärken, fügte Horn hinzu. Auch spiele das MTZ ohnehin in einer anderen Liga - der innerstädtische Handel müsse sich auf seine Stärken konzentrieren - und dies sei das verbrauchernahe Angebot.

Es sei mitentscheidend für den Verzicht auf eine Klage gewesen, daß die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs nach einem Gutachten nicht beeinträchtigt werde. Dies seien die Nischen, in denen sich die Städte künftig stärker positionieren müßten. Horn berichtete von geplanten neuen Flächen für die Ansiedlung von Lebensmittelmärkten in der Kelkheimer Innenstadt. Altenkamp erinnerte an die Ansiedelung von Lidl, Tegut und Rewe, was eine Belebung der City garantiere, und Stang kündigte an, daß das innerstädtische Einkaufen in der Kreisstadt mit der Verwirklichung des Fachmarktzentrums eine erhebliche Verbesserung erfahren werde. Einen Konkurrentenschutz gebe es ohnehin nicht.

Städte könnten in der Zukunft nur mit kurzen Wegen punkten, strich Horn heraus. Dienstleistungen wie Ärzte, Banken, Rathaus und Lebensmittelmarkt müßten fußnah zu erreichen sein. Dies sei der „Zauberschlüssel gegen das Veröden der Städte“. Überregional aber werde das MTZ die „Einkaufsbastion“ bleiben. Die Bürgermeister verwiesen aber auch darauf, daß eine Planung außerhalb der bestehenden Grenzen des MTZ nicht ohne einen Bebauungsplan genehmigt werden dürfe. Das Areal des ehemaligen Autokinos dürfe nicht in Beschlag genommen werden. Hier nehme man den Landrat beim Wort. Eine Zuwiderhandlung käme einer „Kriegserklärung“ gleich. In diesem Fall „wären unsere Messer gewetzt - dann fliegen die Cruise Missiles“, warnte Horn.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1960, Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

Jüngste Beiträge

Männer und Herren

Von Matthias Alexander

Wenn das kein Grund zur Freude ist: Die Eintracht beendet die Saison auf dem sechsten Platz, der FSV Frankfurt geht eine Spielklasse tiefer sogar als Vierter durchs Ziel. Das ist ein schöner Imagegewinn für die Sportstadt Frankfurt. Mehr 1