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Luftfahrtverein Mainz Freizeitpiloten zeigen, womit sie in die Luft gehen

Der Luftfahrtverein Mainz wird 100 Jahre alt, feiert das Jubiläum mit einem Flugplatzfest und nimmt neuen Kontrollturm in Betrieb.

© Cornelia Sick Vergrößern Platzanweiser: Besucher dürfen beim Flugplatzfest in Mainz ins Cockpit steigen.

Die Ballonfahrer sind am Boden geblieben und haben den Besuchern beim Flugplatzfest auf dem Layenhof stattdessen einen Blick in den Weidenkorb erlaubt, der bis zu vier Personen durch die Luft transportieren kann. Während Thomas Eberle von der in Harxheim ansässigen Freiballon-Sportschule am Boden Fragen beantwortete, zeigten Mitglieder des 100 Jahre alten Luftfahrtvereins Mainz am Himmel ihre Kunststücke. „Hans gibt jetzt gleich mal Schub“, erfuhren die Besucher aus dem Lautsprecher; doch bevor die von ihm gesteuerte, neunsitzige Cessna auf Touren kommen durfte, zog Thilo bei seiner letzten Platzrunde an diesem Tag „erst noch mal rechts hoch“, um sich bei dem sichtlich beeindruckten Publikum ein letztes Mal mit dem „Super-Sound“ seines Fluggeräts in Erinnerung zu bringen.

Markus Schug Folgen:    

Mit vereinten Kräften und ohne die Hilfe professioneller Flugschau-Veranstalter haben die rund 450 Mitglieder des 1911 gegründeten Vereins am Wochenende auf dem ehemaligen Militärgelände das große Jubiläum gefeiert: unter anderem mit Vorführungen und Rundflügen, die an beiden Tagen zusammen einige tausend Besucher angelockt haben dürften. Normalerweise lassen sich die Freizeitpiloten schon allein danach unterscheiden, ob sie denn ein Segel-, ein Ultraleicht- oder aber ein Motorflugzeug wählen, um von dem zwischen Mainz-Finthen und Wackernheim gelegenen Start- und Landeplatz aus die Region zu erkunden. Dafür ist zwar eine Lizenz, aber nicht unbedingt ein eigenes Flugzeug nötig. Schließlich kann der Verein, der „Fliegen für alle“ ermöglichen will, seinen Mitgliedern mehr als ein Dutzend verschiedener Typen zur Verfügung stellen; zwei neue Modelle wurden am Samstag auf die Namen der Nachbargemeinden „Finthen“ und „Wackernheim“ getauft.

Zwei Landebahnen aus Gras und Beton

Nicht einmal drei Stunden hat Karl Heinz Topp am Samstag „bei bestem Flugwetter“ für einen 400 Kilometer langen, Tour benötigt, bei dem sein zweisitziger Eigenbau insgesamt nur knapp 30 Liter Superbenzin verbrauchte. Dafür koste „ein ordentliches Fluggerät“ schon 50 000 Euro oder mehr, so Topp. Allerdings zeige die Erfahrung, dass ein gut gewartetes Flugzeug auch nach 50 Jahren noch einsatzfähig sei. Am Finther Flugplatz, auf dem jährlich maximal 23 500 Maschinen starten und landen dürfen, geht man gleichfalls von einer noch langen Dienstzeit aus: So wurden am Samstag der bereits 2010 fertiggestellte neue Kontrollturm nebst dazugehörigem Betriebsgebäude mit Schulungsräumen und einem Bistro plus Panoramaterrasse offiziell eröffnet.

Dies als sichtbares Zeichen dafür, dass der kleine Flugplatz Finthen mit seinen beiden 1000 Meter langen Landebahnen aus Gras und Beton auch in Zukunft täglich angeflogen werden kann: ob von den Freizeitpiloten, den Jets von Geschäftsreisenden und Prominenten oder aber bei Noteinsätzen. Allerdings gilt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Regel, dass die Maschinen bis 20 Uhr, spätestens aber 30 Minuten nach Sonnenuntergang gelandet sein müssen.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 21.08.2011, 21:12 Uhr

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