Home
http://www.faz.net/-gzg-6m3c7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Luftfahrtverein Mainz Freizeitpiloten zeigen, womit sie in die Luft gehen

Der Luftfahrtverein Mainz wird 100 Jahre alt, feiert das Jubiläum mit einem Flugplatzfest und nimmt neuen Kontrollturm in Betrieb.

© Cornelia Sick Vergrößern Platzanweiser: Besucher dürfen beim Flugplatzfest in Mainz ins Cockpit steigen.

Die Ballonfahrer sind am Boden geblieben und haben den Besuchern beim Flugplatzfest auf dem Layenhof stattdessen einen Blick in den Weidenkorb erlaubt, der bis zu vier Personen durch die Luft transportieren kann. Während Thomas Eberle von der in Harxheim ansässigen Freiballon-Sportschule am Boden Fragen beantwortete, zeigten Mitglieder des 100 Jahre alten Luftfahrtvereins Mainz am Himmel ihre Kunststücke. „Hans gibt jetzt gleich mal Schub“, erfuhren die Besucher aus dem Lautsprecher; doch bevor die von ihm gesteuerte, neunsitzige Cessna auf Touren kommen durfte, zog Thilo bei seiner letzten Platzrunde an diesem Tag „erst noch mal rechts hoch“, um sich bei dem sichtlich beeindruckten Publikum ein letztes Mal mit dem „Super-Sound“ seines Fluggeräts in Erinnerung zu bringen.

Markus Schug Folgen:    

Mit vereinten Kräften und ohne die Hilfe professioneller Flugschau-Veranstalter haben die rund 450 Mitglieder des 1911 gegründeten Vereins am Wochenende auf dem ehemaligen Militärgelände das große Jubiläum gefeiert: unter anderem mit Vorführungen und Rundflügen, die an beiden Tagen zusammen einige tausend Besucher angelockt haben dürften. Normalerweise lassen sich die Freizeitpiloten schon allein danach unterscheiden, ob sie denn ein Segel-, ein Ultraleicht- oder aber ein Motorflugzeug wählen, um von dem zwischen Mainz-Finthen und Wackernheim gelegenen Start- und Landeplatz aus die Region zu erkunden. Dafür ist zwar eine Lizenz, aber nicht unbedingt ein eigenes Flugzeug nötig. Schließlich kann der Verein, der „Fliegen für alle“ ermöglichen will, seinen Mitgliedern mehr als ein Dutzend verschiedener Typen zur Verfügung stellen; zwei neue Modelle wurden am Samstag auf die Namen der Nachbargemeinden „Finthen“ und „Wackernheim“ getauft.

Zwei Landebahnen aus Gras und Beton

Nicht einmal drei Stunden hat Karl Heinz Topp am Samstag „bei bestem Flugwetter“ für einen 400 Kilometer langen, Tour benötigt, bei dem sein zweisitziger Eigenbau insgesamt nur knapp 30 Liter Superbenzin verbrauchte. Dafür koste „ein ordentliches Fluggerät“ schon 50 000 Euro oder mehr, so Topp. Allerdings zeige die Erfahrung, dass ein gut gewartetes Flugzeug auch nach 50 Jahren noch einsatzfähig sei. Am Finther Flugplatz, auf dem jährlich maximal 23 500 Maschinen starten und landen dürfen, geht man gleichfalls von einer noch langen Dienstzeit aus: So wurden am Samstag der bereits 2010 fertiggestellte neue Kontrollturm nebst dazugehörigem Betriebsgebäude mit Schulungsräumen und einem Bistro plus Panoramaterrasse offiziell eröffnet.

Dies als sichtbares Zeichen dafür, dass der kleine Flugplatz Finthen mit seinen beiden 1000 Meter langen Landebahnen aus Gras und Beton auch in Zukunft täglich angeflogen werden kann: ob von den Freizeitpiloten, den Jets von Geschäftsreisenden und Prominenten oder aber bei Noteinsätzen. Allerdings gilt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Regel, dass die Maschinen bis 20 Uhr, spätestens aber 30 Minuten nach Sonnenuntergang gelandet sein müssen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Durchsuchung in Stuttgart Islamisten im Visier von Polizei und Bundesanwalt

Dutzende Polizisten durchsuchen einen mutmaßlichen Treffpunkt der Salafisten-Szene in Stuttgart. Dort sollen auch Kämpfer für die IS-Terrormiliz rekrutiert worden sein. In Düsseldorf klagt der Generalbundesanwalt einen Rückkehrer aus Syrien an. Mehr

17.03.2015, 11:52 Uhr | Politik
Russland 250 Jahre Eremitage

In diesem Jahr feiert die Eremitage in St. Petersburg ihr 250-jähriges Jubiläum. Den Grundstein für eines der größten und bedeutendsten Museen der Welt legte Zarin Katharina die Große. Heute kommen jedes Jahr rund drei Millionen Besucher. Mehr

08.12.2014, 10:43 Uhr | Feuilleton
Fußball-Talentreport (3) Wie macht Mainz 05 das nur?

Jedes Jahr schaffen im Schnitt ein oder zwei Mainzer Talente den Weg in den Profifußball. Und einen Weltmeister hat der Klub sogar schon ausgebildet. Wie ist das möglich? Mehr Von Michael Horeni, Mainz

26.03.2015, 14:12 Uhr | Sport
Germanwings-Absturz Berliner Flugarzt: Gesundheits-Kontrollen für Piloten sind ausreichend

Die medizinische Überwachung von Berufspiloten in Deutschland ist nach Auffassung des Berliner Fliegerarztes Dr. Thorsten Onno Bender ausreichend. Bender arbeitet an der Berliner Charité und stellt die obligatorischen Tauglichkeitszeugnisse für Berufs- und Freizeitpiloten aus. Mehr

28.03.2015, 10:48 Uhr | Gesellschaft
Die Entwicklung des PkWs Von der Ente zum Auto-Auto

Auf der Cebit steht in Halle 16 ein Auto, das ganz alleine fahren kann. Es wird von Besuchern allen Alters bewundert - die mit Autofahren noch völlig andere Erinnerungen verbinden. Mehr Von Catiana Krapp

18.03.2015, 20:22 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.08.2011, 21:12 Uhr

Kurze Wege, schnelle Strafe

Von Christian Palm

In Frankfurt ist ein weiteres Haus des Jugendrechts eröffnet worden. Das macht schnelles und effektives Arbeiten in Sachen Jugendkriminalität möglich. Eigentlich erstaunlich, dass es bisher so wenige davon gibt. Mehr