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Landwirtschaft Spargel hält sich zur Saisoneröffnung noch bedeckt

17.04.2008 ·  In den südhessischen Anbaugebieten im Ried hat die Spargelernte begonnen. Doch noch ist der Ertrag gering und der Preis deswegen hoch: Erst bei höheren Temperaturen wächst das Gemüse wirklich gut.

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Sieben Grad, bedeckter Himmel, zwei Wochen im Verzug gegenüber dem Vorjahr, zehn Euro Ladenpreis je Kilogramm – und dennoch unübersehbarer Optimismus: Die südhessischen Spargelbauern lassen sich nicht entmutigen, sprechen von einem normalen Jahr, mag es auch vor einem Jahr zur Saisoneröffnung schon 24 Grad warm gewesen sein bei Spargelpreisen zwischen sieben und acht Euro.

Noch sei nichts verloren, sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt, und bemüht einen alten Bauernspruch: „Das Wetter kann sein, wie es will, der Spargel wächst im April.“ Die Landwirte seien vorbereitet auf warme sonnige Tage, die osteuropäischen Erntehelfer säßen auf gepackten Koffern und warteten auf den Anruf.

Gute Ernte erwartet

Meinhardt lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. So seien Genehmigungen rasch ausgesprochen worden, zudem gelte die Regelung, dass zehn Prozent der Erntehelfer unter deutschen Arbeitslosen zu requirieren seien, nicht länger in Gebieten mit niedriger Arbeitslosigkeit wie Südhessen.

Video: Es ist wieder Spargelzeit!

Meinhardt zufolge war das vergangene Jahr gut, auch für dieses erwartet er einen guten Ertrag, wenngleich nicht die Menge, denn die Witterung sei zu kühl und feucht gewesen. Mit Hilfe der Folien lasse sich der Rückstand nicht aufholen, wenn die Sonnenwärme fehle.

Folie für die Farbe

In Südhessen hätten die Spargelbetriebe rund 500 deutsche Arbeitskräfte eingestellt, selten für die Ernte auf dem Feld, sondern zumeist für Sortierung, Logistik und Verkauf. Meinhardt fügte an, dass mit dem Wachsen der einheimischen Stangen die Importspargel für einige Monate völlig ausgeschaltet werde. In Deutschland legten die Verbraucher wert auf die frische Ware von den heimischen Feldern, auch wenn sie teurer sei als ausländische.

Die Spargelbauern erhöhten in den vergangenen Jahren den Ertrag: Die dunklen Folien verhindern, dass sich Spargelstangen am Tageslicht grau verfärben. Deshalb werden die Folien nur alle paar Tage geöffnet, so dass die Erntehelfer nicht mehr täglich durch die Reihen laufen müssen. So werden für einen Hektar nur noch zwei statt drei Arbeitskräfte benötigt.

2200 Hektar Anbaufläche in Hessen

Der hessische Minister für Landwirtschaft, Wilhelm Dietzel (CDU), stellte den Spargelanbau im Land heraus. Hier werde das Gemüse auf 2200 Hektar angebaut, was einen Anteil in Deutschland von elf Prozent bedeute. Der Minister war nach Griesheim auf den Spargelhof Mönich gekommen, um die ersten Exemplare dieses Jahres zu ernten. Selbst dick eingepackt, versprach er für das Wochenende kräftiges Wachstum: Schließlich habe die F.A.Z. 20 Grad Wärme vorhergesagt. (wbr.)

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