01.05.2007 · Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf höhere Milchpreise einstellen. „Kurz- und mittelfristig wird Milch deutlich teurer“, sagt Hessens Bauernpräsident Schneider. Denn das Angebot sinkt bei steigender Nachfrage.
Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf höhere Milchpreise einstellen. „Kurz- und mittelfristig wird Milch deutlich teurer“, sagte Hessens Bauernpräsident Friedhelm Schneider in Korbach der dpa. Ursache der steigenden Preise sei ein sinkendes Angebot, weil viele Bauern sich auf den Anbau von Energieträgern verlegt hätten. Zudem gebe es eine starke Nachfrage aus dem Ausland. Für die Bauern biete das die Möglichkeit, „Milch endlich wieder Kosten deckend zu produzieren. Der Markt gibt das her.“
Die Verbraucher würden diese Entwicklung rasch zu spüren bekommen: „Milch wird keine Ramschware mehr sein, die für Lockangebote taugt“, sagte Schneider. Derzeit würden die Bauern die Milch für 30 Cent je Liter verkaufen. „In den nächsten zwei Jahren müssen wir auf gut 35 Cent kommen und uns dann auf 40 Cent hocharbeiten. Milch muss sich wieder ohne Verlust verkaufen lassen können.“ Derzeit gebe es bereits Verhandlungen mit Molkereien und Handel, um auf gestiegene Kosten zu reagieren. „Die höheren Preise werden kommen. Andernfalls werden die Milchbauern ihre Produkte in Milchpulver umwandeln und auf dem Weltmarkt verkaufen.“
Nach Schneiders Angaben haben die deutschen Milchbauern in den vergangenen Jahren bei jedem Liter Verlust gemacht. „Es gab in ganz Europa einen Überschuss, der den Markt kaputt gemacht hat. Aber das ist jetzt vorbei.“ Zum einen sei der Markt in Russland, China und Indien noch lange nicht gesättigt, die Menschen dort würden mehr und mehr Milchprodukten kaufen. Zum anderen würden in der Landwirtschaft weniger Nahrungsmittel produziert: „Wir produzieren jetzt für Tank und Teller. Die Kapazitäten, die in den Biodiesel gehen, stehen natürlich an anderer Stelle nicht mehr zur Verfügung.“